Süss

Am Morgen ist es so kalt, dass wir auswärts frühstücken. Dann ist schon das Ziel unseres Umwegs in Sicht, die Schokoladenfabrik Zotter. Obwohl wir schon einmal hier zu Besuch waren, habe ich mir gewünscht, nochmals auf die, wie die Österreicher es nennen, Verkostungstour zu gehen. Hier ist alles bio, fair und ökologisch. Diese Konsequenz fasziniert und motiviert mich. Wir probieren uns durch alle Spezialitäten dieses verrückten Chocolatiers und nehmen am Schluss gerne die gereichte Essiggurke.

Kalt

Mit mehr Schoggi als Blut in den Adern setzen wir unsere Reise fort. Ein kurzes Stück geht es durch Slowenien, wo uns vor allem die fröhlichen Farben der neuen Häuser gefallen. In Kroatien angekommen fahren wir lange auf Autobahnen durch hügelige Wälder. Es ist immer noch kalt und windig und bis 20km vor dem Meer stecken wir noch bei 8 Grad in den Bergen. Umso grösser die Überraschung, als es dann plötzlich zu sehen ist. Felsig und schroff die Küste, etwas wärmer, aber noch sehr windig, das Klima. Nachdem wir uns satt gesehen haben, stellt sich die obligate Camperfrage: Wo übernachten? Die Strasse verlässt die Küste und steigt wieder höher hinauf. Von hier oben hat man wunderschöne Aussicht auf die felsige Küste. Hannes hat wieder einmal den guten Riecher und schlägt vor, ein winziges, steiles und schlecht geteerte Strässchen ans Meer hinunter einzuschlagen. Dem Landy gefällts und so finden wir uns in einem gut versteckten Ferienhäuserdorf wieder. Es sind erst ganz wenige Leute da und so stellen wir den Landy direkt ans Wasser und niemand stört sich daran. An diesem Traumplatz kochen wir Znacht und merken, jetzt baumelt die Seele zum ersten mal so richtig frei. Ich finde wunderschöne Seeigelschalen, Hannes lässt die Drohne fliegen (wer findet den Landy auf dem Titelfoto?), die Sonne geht rot hinter den Inseln unter und nur der kalte Wind lässt uns wieder in unser Hüüsli klettern und im Wellenrauschen einschlafen.

Die Gemütlichkeit währt aber nicht lange. Ein sehr heftiger Wind zieht auf und lässt unser Zeltdach zittern. Obwohl wir glauben, dass nichts passieren kann, stehen wir gegen Mitternacht nochmals auf und fahren auf einen Parkplatz oberhalb des Dorfes. Doch auch dort ist an Schlaf nicht zu denken. Weil wir befürchten, dass die extremen Windkräfte unserem Dach nicht gut tun, schlafen wir provisorisch auf den Fahrersitzen. Morgens um sechs stehen wir erschöpft und unausgeschlafen auf. Der Wind hat nicht nachgelassen. Wir fahren eine halbe Stund weiter, bis wir eine Bauruine finden, die uns perfekt schützt. Dort sinken wir müde ins Bett und schlafen bis am Mittag. Es hat dann einen speziellen Reiz, in der alten Fabrik Kaffee und Porridge zu kochen.

Jetzt wollen wir schnell in den Süden um Wind und Kälte zu entkommen. Auf der Küstenstrasse geht dass aussichtsreich aber langsam, deshalb nehmen wir später die Autobahn. In Trogir machen wir einen Städchenbummel und geniessen Kaffee und Glace. Es hat wenig Touristen, aber alles ist offen. Nicht auszudenken, wie es hier im Sommer überlaufen wäre.

In Orij finden wir einen winzigen Campingplatz, den eine Frau in ihrem Garten, direkt am Meer, eingerichtet hat.