Früh wie immer, aber diese mal ohne Zmorge fahren wir los. Schon bald sind wir in Montenegro, wo wir die Suche nach einer Bäckerei starten. Gar nicht so einfach, wie wir das aus der Schweiz gewohnt sind. Trotz Sonntag wird überall gearbeitet, offiziell auf Baustellen und privat am eigenen Haus. Alle Läden sind offen. Da wir aber keinen Supermarkt wollen, suchen wir weiter. In Herceg Novi spazieren wir in unserer Mission erfolglos durch die Stadt. Sie mutet, wie auch viele Orte nachher, irgendwie merkwürdig an. Alles ist auf den bald beginnenden Sommertourismus ausgerichtet, aber es wirkt trotzdem lieblos. Überall wird neu gebaut, oft nicht vollendet, viele Bauruinen grüssen und schon Gebautes verlottert. In einer endlich gefundenen Bäckerei versteht niemand ein Wort englisch und wir essen schlussendlich fein aussehende, aber schrecklich schmeckende Kuchen. Es ist der Moment, welcher auf vielen Reisen einmal auftritt. Das üble Gebäck kauend, an einem hässlichen Ort sitzend, fragt man sich: Was genau wollen wir hier? Richtig, wir wollen nach Albanien. Also nichts wie hin! An der Küstenstrasse wechseln sich Armut und Reichtum ab. Wir halten noch im bekannten Ort Kotor und staunen dort über die tiefen Preise. Obwohl sehr touristisch, kosten zwei Kaffee auf dem Hauptplatz nur 2.50 Euro.
Jetzt kommt Albanien immer näher. Wir bekommen etwas Herzklopfen und wissen, jetzt müssen wir raus aus unserer Komfortzone. Am Grenzübergang warten wir fast eine Stunde. In dieser Zeit entscheiden wir uns, wie unser Albanienurlaub beginnen soll. Wir fahren auf einen sehr schön gelegenen und gepflegten Campingplatz am Shkodarsee und werden dort einen Ruhe- und Planungstag einlegen. Der Platz ist ein Traum, direkt am riesigen See gelegen, geschmackvoll eingerichtet, soviele Reisende, dass jeder viel Platz hat, aber doch jemanden für ein Schwätzchen.

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