Unser erster Stop ist das Bergdorf Benja. Es beseht als eines der wenigen ausschliesslich aus Backsteinhäusern und liegt malerisch steil am Hang. Wir parken den Landy etwas unterhalb und laufen hoch. Von weitem sehen wir einige Autos vor der Kirche und ich hoffe schon, einen Gottesdienst besuchen zu können. Dem ist aber nicht so, der Platz dient als Dorfparkplatz, weil er als einer der wenigen eben ist. Die Kirche ist wunderschön, aber leider geschlossen. Sollen wir uns jetzt noch dem Dorf annähern? Es fühlt sich für uns beide an, wie wenn wir Eindringlinge wären. Hannes ist mutiger und ermuntert mich zum Mitkommen. Wir sehen ein sehr urtümliches Dorf und bereuen den Spaziergang nicht. Die Menschen scheinen erfreut und erwiedern unseren Gruss immer freundlich.

Nächster Programmpunkt ist eine Offroadfahr hoch über der Schlucht des Lengarcia Flusses. Meine zwei Lieben müssen wieder recht schuften…

Nachdem wir von hoch oben in die Schlucht schauen konnten, kommen wir auf eine Ebene.

Mehrere wild bellende Hirtenhunde jagen dem Auto nach. Plötzlich ist die Strasse mit einer Absperrung aus Ästen blockiert. Ein Bauer von einem etwas entfernten Feld schwenkt die Arme und zeigt resolut, wir sollen umkehren. Merkwürdig, sonst waren bis jetzt immer alle Menschen so zuvorkommend und hilfsbereit. Wegen der Hunde trauen wir uns aber nicht auszusteigen und wenden. Es gab keine Annäherung und es geht alles wieder zurück. Wir fragen uns, ob wohl weiter hinten Hasch angebaut wird. Gut vorstellbar, wir sind ja in der Nähe eines berüchtigten Dorfes, dass lange von diesem Anbau lebte und kürzlich aufgelöst wurde.
Den Sonntagskaffee trinken wir in Permet. Diese Kleinstadt soll laut Reiseführer wie ein Kurort sein. Wir empfinden sie, wie viele Städte hier, eher ein bisschen trist, aber sie ist deutlich saubere und hat mehr Blumen. Es sind erstaunlich wenige Menschen unterwegs und in den Kaffees wie üblich fast nur Männer. Ein junger Mann spricht uns an und fragt auf Englisch, woher wir kommen. Er setzt sich zu uns und erzählt, dass er einen Monat schwarz in der Schweiz gearbeitet hat, am Schwammendingerplatz wohnte und wie unendlich teuer alles war. Er spricht gut Englisch, kann sofort auf Französisch wechseln und ist uns sehr sympathisch. Er erzählt noch von Albanien und dem Leben hier. Er wird Ingenieur studieren, was ihm aber auch nicht viel Einkommen bringen wird. Er meint, alle die hier reich sind, wurden das durch krumme Geschäft, v.a. Drogen.
Es ist hoch spannend sich mit ihm zu unterhalten und wir schätzen seine Annäherung sehr.
Vom Stadtrand aus laufen wir noch zur Kirche des Nachbardorfes hinauf. Wieder sehr schön und leider wieder geschlossen. Annäherung also nur von Aussen. Dass wir beide heute einmal umgefallen sind, uns also dem Boden genähert haben, passt zum Tagesthema
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