Heute Morgen haben wir noch nicht erahnt, in welchem tollen Hotelzimmer wir diesen Beitrag verfassen werden. Aber der Reihe nach. Am Morgen nehmen wir es ganz gemütlich. Nach dem Zmorgen geniessen

wir unseren schönen Stellplatz, nahe des Flusses, unter einem Baum, neben einer Ruine, und lesen, meditiern und turnen. Dann entscheiden wir uns für die Fahrt nach Gjirokastra. Diese Stadt ist etwas ganz Speziellen und gleicht in keiner Weise den anderen, schon besuchten, Städten. Die Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, weil alle Häuser, inklusive Dächer aus Stein sind, Wehrhäusern gleichen und die Strassen sehr sehr steil ansteigen. Die meisten Touristen fahren hier nicht selber mit dem Auto, sondern parken unterhalb der Altstadt. Aber solche Strassen schrecken einen Landy und seinen Fahrer nicht ab. Mit Bravour kurven sie nach oben. Wir haben uns für ein Hotel entschieden, weil die Campingmöglichkeiten hier sehr schlecht sind. Und wenn schon ein Hotel, dann ein Schönes (Hotel Gjirokastra) und weil alles so günstig ist, nehmen wir ein wunderbares Zimmer. Unser Hotel befindet sich in einem alten, typischen Haus und hat einen herrlichen Blick über die Alt- und Neustadt. Über Mittag ist es recht heiss und wir geniessen die Kühle des alten Gemäuers und unsere Dusche. Wir lesen im Buch von Ismail Kadare,Chonika aus Stein, das hier spielt und lustigerweise ist das Foto auf dem Einband fast von unsrem Hotel aus aufgenommen.

In dieser Stadt fühlen wir uns wieder einmal nicht als einzige Touristen. Wir schlendern durch die typischen Gassen, verlassen dann aber auch gerne die Touristenpfade. Im Vergleich zu anderen Orten ist diese Stadt vordergründig sauber und die Abfallhalden kommen erst etwas versteckt zum Vorschein.

Wir kommen immer mehr in ein Aussenquartier und entdecken eine winzige fotogene Moschee. Während Hannes sie von aussen ablichtet, öffnet sich vis à vis eine Tür und eine junge Frau spicht uns auf englisch an und bittet uns herein. Sie zeigt und erklärt uns ihr Zuhause. Es gehört zu einem speziellen muslimischen Orden, den Halvetis. Ihr Vater ist eine Art Priester dieser Gruppe und ihr Grossvater und Urgrossvater waren das ebenfalls und liegen jetzt in einem Gebäude im Garten begraben, wo sie auch verehert werden. Auch wir dürfen, natürlich ohne Schuhe und mit dem rechten Fuss zuerst, diese Stätte betreten. Die junge Frau erzählt und zeigt uns Vieles. Wir staunen, verstehen aber nicht immer genau, was sie meint und was das genau für eine religiöse Gruppe ist. Aber der Besuch bei ihr war sehr speziell und hat uns beeindruckt.

Es sind immer wieder die Begegnungen mit Menschen, die zu unvergesslichen Erinnerungen werden. Dankbar schlafen wir in unserem luxeriösen Zimmer ein und merken, unser Landybett ist bequemer.
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