Unsere netten Hotelbesitzer haben uns noch die Kleider gewaschen und geholfen, den Landy wieder mit Frischwasser zu versorgen und so verlassen wir gut ausgerüstet Gjirokastra, welches uns so gut gefallen hat.
Auf der Ausfahrtsstasse halten wir an einem wirklich grossen Supermarkt, das hatten wir bis jetzt noch nie.
Beeindruckend zu sehen, wieviel unserer Markenprodukte von Nivea über Knorr und Nutella es hier gibt. Trotzdem werden wir weiterhin bei kleinen Läden einkaufen, weil es einfach mehr Spass macht und wir so direkt die Ladenbesitzer unterstützen können, auch wenn sie oft vieles nicht führen.
Unser Reiseführer schickt uns hoch in die Berge, weil dort eine besonders schöne Kirche steht.
Wir holpern und kurven immer weiter hoch zu ein paar einsamen Häusern. Unterwegs kreuzt eine Schildkröte unseren Weg. Es macht immer Eindruck, ein Tier zum ersten Mal in Freiheit zu sehen.

Am Ziel angekommen, staunen wir einmal mehr, welch prächtiges orthodoxes Gotteshaus uns so abseits der Zivilisation erwartet. Sehr prächtig, aber leider auch in sehr schlechtem Zustand.

Es wird gerade renoviert. Ich kann mir nicht vorstellen, wer das bezahlt und wann die zahlreichen Arbeiten abgeschlossen sein werden. Eine freundliche Frau kommt uns sofort entgegen und öffnet uns. Sehr gerne bezahlen wir Eintritt, machen eine Spende und wünschen ihnen noch viele Besucher und gutes Vorankommen.
In Albanien waren alle Religionen 30 Jahre lang verboten und trotzdem hat sich so ein riesiger Schatz an diversen religiösen Bauten erhalten. Manchmal aus reinem Zufall. Die Moschee in Gjirokastra z.B ist ausergewöhnlich hoch. Deshalb wurde sie unter den Kommunisten nicht abgerissen, sondern als Zirkusproberaum genutzt. Ihr Glück, denn heute kann sie wieder Moschee sein.
Nach den farbigen Fresken gehts zu einem farbigen Naturschauspiel, zur Karstquelle Syri i Kalter. In den Bergen entspringen viele Quellen nahe zusammen. Die grösste ist das «blue eye», wo unermüdlich glasklares, türkisgrünes Wasser aus der Erde strömt. Die Umgebung ist ein urwaldähnlicher Platanenwald mit grosser Pflanzen- und Tiervielfalt. Der wilde Bach mündet in einen romantischen See. Diese Schönheiten teilen wir mit vielen anderen Touristen.

Der Unterschied ist nur, dass alle anderen kurz kommen, fotografieren und wieder davonbrausen. Wir haben Zeit und bestaunen alles bei verschiedenen Lichtverhältnissen und sitzen lange auf eine Plattform im Fluss, fühlen uns wie im Amazonas.

Wir kommen mit einem deutschen Paar ins Gespräch und so vergeht der Nachmittag schnell und das Abendlicht lässt das Farbenspektakel nochmals schöner erscheinen.

Am Abend machen uns halbwilde Hunde die Stellplatzsuche schwer.
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