Schon beim Frühstück auf der Hotelterasse fallen die ersten Regentropfen. Wir ignorieren sie und starten mit Karin und Axel Richtung Osum-Canyon. Man sagt, er gehöre zu den spektakulärsten Europas. Leider trübt das nasse Wetter unser Vergnügen und wir trauen uns auch nicht, auf dem nassen Weg in den Canyon hinunter zu steigen. So bewundern wir ihn, mit seinen schwarz-orangen Steinen, von Aussichtspunkten aus. Eine Aussichtsplattform ist noch im Bau. Wir verstehen das Konzept überhaupt nicht und fragen uns auch, ob sie wohl je fertig werden wird. Nach dem Staunen von oben herab, kann man an diversen Orten auch an den Fluss hinunter fahren.

Bei einer Brücke kochen wir Kaffee und lunchen zusammen.

Leider hört der Regen nie länger auf und so kehren Karin und Axel zurück nach Berat. Die Begegnung mit ihnen hat unsere Reise bereichert.
Wir haben uns eine Offroadstrecke vorgenommen, die zwei Täler verbindet, weil wir noch nach Ostalbanien wollen. Zuerst habe ich sehr Spass an der Piste, finde es cool, dass wir nicht zurück müssen, sondern die schlechten Strassen weiterfahren können. Es geht den Berg hoch, es regnet, der Weg wird schlammig.


Das ist keine gute Kombination und ungewohnt zum Fahren. Das erste Mal auf dieser Reise habe ich Angst, als der Landy in der feuchten Erde hin und her schlingert. Hannes korrigiert zwar immer gut, ich habe trotzdem tüchtig Herzklopfen.

Ganz einsam liegt ein kleines Dorf, indem ein ganz süsses Cafe sehr empfohlen wird.

Der junge sympathische Mann steht schon auf der Strasse und heisst uns willkommen. Wir bestellen Kaffee, seine Frau bringt noch selbstgemachte frittierte Krapfen mit eigenem Honig und natürlich Raki.
Dieser Stopp tut mir sehr gut und ich geniesse das kurze Zusammensein mit der herzigen Familie. Unglaublich, wie abgeschieden sie hier als Selbstversorger und mit ihrem kleinen Cafe und Minicampingplatz leben.

Leider können wir nicht bei ihnen übernachten, denn es regnet immer noch und diese Zeit wollen wir lieber mit Fahren verbringen.
Im Tal angekommen, entscheiden wir uns, wegen dem immer wieder einsetzenden Regen und der Kälte, weiterzufahren, nochmals über eine Bergkette, aber auf normaler Strasse, was ja in Albanien auch nicht ohne Schütteln geht.
Die Landschaft ist nochmals sehr abwechslungsreich, wir passieren ein sehr tristes Dorf, voller Plattenbauten und Gebäuden aus der kommunistischen Zeit und dahinter eine riesige Mülldeponie mitten in der Natur. Es tut einem im Herz weh, wie hier mit dem Abfall umgegangen wird.

Sehr müde landen wir auf einem Campingplatz, der eine Mischung aus Westernranch, Zoo und Forellenzucht ist. Es fühlt sich nach all unseren Erlebnissen heute sureal an. Der Landy wird noch vom Schlamm befreit, wir essen etwas und sinken in unser Bett, auf das wir uns schon so freuen, weil es viel bequemer ist als das Hotelbett letzte Nacht.