Heute morgen wollen wir im Flussbett bleiben und erst am Nachmittag weiterfahren. Schon gestern haben wir Leute beobachtet, die hier Sand schaufeln und sieben.

Während wir frühstücken, kommt der Erste vorbei. Die Schaufel über der Schulter und daran ein Bündel mit Verpflegung. Wie aus dem Bilderbuch, nur dass das Bündel heute aus Plastik ist. Mit Zeichen fragt er uns nach einem Kaffee. Wir teilen unseren mit ihm und probieren uns ohne Worte zu unterhalten. Er zieht weiter und es kommen zwei Andere, die auf der gegenüberliegenden Flussseite zu schaufeln beginnen. Für uns einen Moment lang eine Situation, in der uns nicht so wohl ist. Wir am ausruhen und lesen und sie am schwere Arbeit verrichten. Sollen wir aufbrechen und weiterziehen? Wir entscheiden uns, zu bleiben und sie zum Kaffee einzuladen. Ich laufe durch den Fluss und frage, ob sie zu uns kommen wollen. Sie lassen sofort die Schaufeln fallen und kommen gerne. Wie wir da zu viert am Boden sitzen und Kaffee trinken, vermissen wir die gemeinsame Sprache wieder sehr. Mit Handzeichen und Sandzeichnungen erfahren wir vom einen, dass er in Lazarat auf den Hanffeldern gearbeitet hat, bis die Polizei diese aufgelöst hat. Dann hat er in Durres Sonnencrème verkauft und jetzt schaufelt er Sand mit seinem Vater. Sie bleiben lange gemütlich bei uns sitzen, obwohl wir Mangels Verständigung oft auch nicht reden. Es ist ein spannendes Treffen.

Als wir weiterfahren wird es das erste Mal auf unserer Reise richtig heiss. Deshalb bleiben wir nur ganz kurz in Elbasan. An der Hauptstrasse hat es gefühlte 200 Cafés und gezählte 8 Hochzeitskleiderläden.
Auf der Weiterfahrt nach Tirana nehmen wir die alte Strasse über einen Pass und entdecken zuoberst ein kleines Gebiet mit tollen farbigen Felsen.

In Amerika gäbe es daraus mindesten ein national Monument. Hier liegen sie verschlafen zwischen Wäldern und Feldern.

An der Strasse Richtung Tirana stehen an der Strasse diverse Händler, die Ihre Kirschen anbieten. Wir kaufen einen Kirschenzopf.

Am frühen Abend kommen wir in Tirana an und finden auf Anhieb Barbaras Wohnung. Sie heisst uns herzlich willkommen und kocht uns ein wunderbares Znacht. Wir sitzen lange zusammen, erzählen und geniessen unser Treffen und die Aussicht ins Wohnquartier.