Heute fahren wir in die Berge, in die nördlichen Alpen von Albanien. Barbara fährt mit Ueli auf der normalen Strasse und Hannes und ich versuchen es mit der Offroadvariante. Schon um 7 Uhr fahren wir ab, kurven aber lange durch Tirana, weil wir uns verfahren haben und das im morgentlichen Chaos in den Strassen. Aber Hannes fährt schon lange wie ein Albaner, d.h. fliessend, kooperativ, kreativ, spontan und sich nie ärgernd, aber zum Glück überholt er nicht wie sie. Obwohl wir viel Zeit verlieren, geniesse ich es, nochmals durch diverse Quartiere zu fahren und dem Leben zuzuschauen.
Nach zwei Stunden sind wir in Skodra. Hier waren wir schon einmal ganz am Anfang der Reise und haben unsere ersten scheuen Albanienerfahrungen gemacht. Heute sind wir ganz anders unterwegs. Hannes parkiert cool in der zweiten Reihe, ich springe aus dem Auto und kaufe in drei verschiedenen Läden Zmittag und Lunch ein. Ich fühle mich wohl und geniesse den Kontakt mit den Menschen, diese freuen sich über mein Interesse an ihnen und ihren Produkten.
Kaum aus der Stadt, beginnt unsere Holperstrecke. Zu Anfang geniessen wir sie beide. Die Landschaft ist sehr idyllisch, es geht einem Flussbett entlang in die Berge. Das Wasser ist klar und blau und schiesst schäumend um die Steine.

Nach Befehl von Hannes fährt der Landy über alle Hindernisse, wir aber werden zünftig durchgeschüttelt. Nach zwei Stunden hätte ich eigentlich genug, sehne mich wieder nach Teer.

Aber nichts da, wir haben noch nicht einmal den höchsten Punkt erreicht. Hannes hingegen scheint jeder Meter zu gefallen. Weil wir nicht sicher sind, ob es zu regnen beginnen könnte, fühlen wir uns ein wenig gehetzt, denn das kann man offroad schlecht gebrauchen. So holpern wir fast pausenlos weiter.
Am Strassenrand steht eine schwarz gekleidete alte Frau, die Handtasche dabei. Das mutet merkwürdig an, mitten in dieser Einsamkeit. Da kommt in rasendem Tempo ein Sprinter, der als Bus diese Strecke bedient und die Frau steigt ein. Wir staunen und sind froh, nicht im Bus zu sitzen. Plötzlich begegnen uns zwei fröhliche Knaben mit Schulrucksack, eindeutig auf dem Heimweg. Dabei fühlen wir uns total weg von der Zivilisation, die Zwei haben sicher noch einen langen Weg vor sich. Kurz dahinter, schon fast sureal läuft eine Dame in Kostum und Pumps über die Steine, die Lehrerin?
Es beginnt zu tröpfeln und so müssen wir weiter, weiter, weiter. Aber dieser Weg will und will nicht enden. So anstrengend und so so holperig! Die Umgebung wäre immer noch schön, ich sehe sie nicht mehr. Irgendwann kommt es dann doch noch, das Bergdorf Theth. Natürlich sind alle anderen schon da und es gibt Kaffee und Raki bei den Leuten, die sie kennen.
Wir übernachten im Garten der Pension von Rosa. Sie ist eine Freundin von Barbara, die hier seit langem eine Pension für sanften Tourismus betreibt. Rosas Mutter kocht uns im Schopf auf dem Feuer Znacht, welches wir mit Rosa und Barbara im Haus essen und danach sinken wir todmüde ins Bett.

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