Am Morgen im Bett hören wir Tauben gurren, Hähne krähen und den Kuckuck rufen und das alles mitten in Skodra! Bis jetzt war es in Albanien eher schwierig Souvenirs einzukaufen, da wir eher weniger mit einer Tasse oder einem T-Shirt mit Doppelkopfadler heimkommen wollen. Am Morgen ziehen Barbara und ich los und wollen in Skodra noch in zwei Geschäfte. Das Erste, ein klassisches Kleidergeschäft führt leider wenig Textilien aus Baumwolle. Trotzdem ist es interessant zu beobachten, wer dort was einkauft und ein bisschen werden wir doch fündig. Das zweite Geschäft ist ganz nach meinem Geschmack. Ein kleiner Laden, in dem zwei Brüder diverse Gebrauchs- und Kunstgegenstände aus Olivenholz verkaufen. Dieses Holz ist für sie ein Friedenssymbol und so haben sie als Muslime auch kein Problem, Kreuze und Rosenkränze herzustellen. Einer der beiden war zwei Jahre in Frankreich, hat dort kein Asyl bekommen und jetzt hier sein eigenes Geschäft. Da unterstützen wir ihn gerne und kaufen viel ein. Sogar ein über einen Meter langes Brett findet im Landy Platz.

Dann fahren Gritscha und Landy zusammen in die Berge, ins Vermoshtal.

Unterwegs kennt Barbara eine kleine Käserei und dort erstehen wir Käse mit Salbei, mit Blaubeeren, mit Kräutern/Knobli und mit Nüssen. Ein sympathischer kleiner Familienbetrieb mit sehr guten Produkten und ich staune einmal mehr, dass sie ihre Köstlichkeiten nicht besser vermarkten. Ohne Barbara hätten wir die Käserei nicht bemerkt.
Unser Zmittag ist wegen des Preises auch eine Notiz wert. Wir essen zu dritt in einem kleinen Restaurant an der Strecke. Es gibt eine Schüssel gemischten Salat, Pommes Frites mit feiner Sauerrahmsauce, Käse und Brot, Quellwasser und Kaffee. Alles kostet 700 Lek, was knapp 6 Franken sind.
Dann kommen wir in Lepushë bei Luigi an. Er führt mit seinem Sohn ein grosses Guesthouse. Sein anderer Sohn ist vor kurzem bei einem Autounfall querschnittsgelähmt geworden und ist jetzt mit seiner Mutter in den USA zur Reha. So führen die zwei Männern den Betrieb und den Hof alleine weiter. Hut ab!

Als wir eintreffen, hat er gerade ein Schaf geschlachtet, weil er eine grosse Gruppe von albanischen Versicherungsmenschen auf Firmenausflug erwartet. Kurz darauf dreht es sich bereits am Spiess über dem Feuer.
Wir machen eine Spaziergang durchs Dorf, dass eigentlich mehr eine Streusiedlung ist. In einem anderen Gesthouse kennt Barbara die Betreiber und wir können im Laden mit eigenen Produkten einkaufen. Die Frau kennt sich gut mit Kräutern aus und besitzt auch noch ein sehr alten Kräuterbuch ihrer Mutter. Schlüsselblumen sind gut für die Niere und so bekomme ich welche geschenkt und trockne sie selber noch fertig.

Getrocknete Steinpilze kaufen wir freudig viele ein.
Bei unsere Rückkehr wird das gebratene Schaf gerade zerlegt.
Während die Gruppe Znacht isst, sitzen wir alle in der grossen gemütlichen Küche auf dem Sofa und können uns nicht satt sehen an den vier kleinen süssen Kätzchen von Barbaras Katze Gina.

Dann gibt es auch für uns zu essen und die anderen Gäste feiern immer feucht fröhlicher, sie singen, klatschen, tanzen und der Raki fliesst.
Es ist schön, können wir uns in den vertrauten Landy zurückziehen und ihren Gesängen nur noch von weitem zuhören.