Obwohl wir das Vermoshtal nur bei trübem Wetter erlebt haben, verlassen wir es heute beim ersten Sonnenschein seit Tagen.

Ich fahre mit Barbara in ihrem Auto mit, der Landy folgt uns. In Tamara gibt es einen ersten Kaffeehalt. Es ist ein Feiertag, viele Menschen sind elegant angezogen unterwegs, kommen z.T. gerade aus der Kirche, die Cafés sind besonders gut besucht. Da wird Barbara freudig begrüsst und eingeladen von einem Ehepaar, mit dem sie ganz in den Anfängen ihrer Arbeit in Albanien zusammengearbeitet hat und auch bei ihnen wohnte. Wir, immer im Schlepptau, kommen mit in ein speziell schönes Haus. Es ist nur über eine Hängebrücke zu Fuss erreichbar.

Gastfreundschaft wird hier immer gross geschrieben. Bis wir da sind, ist der Tisch schon gedeckt und drei Generationen stehen zur Begrüssung bereit. Wir bekommen feine hausgemachte Speisen aufgetischt. Der Hausherr füllt unsere Teller und Gläser immer wieder, bis wir wirklich nichts mehr essen können. Speziell ist, dass die Familie nicht mit uns isst, sondern dabeisitzt und zuschaut. Sie sind alle so sympathische und liebenswerte Leute. Wir sitzen draussen unter einer Pergola und es wird mit Regenschirmen über den noch jungen Trauben nachgeholfen, dass wir genug Schatten haben.

Wir merken, wie sehr diese Leute Barbara dankbar sind, dass sie hier Wanderwege gesucht und markiert hat und ihnen half, ein Guesthouse aufzubauen.

Hierher würde ich sofort in die Ferien gehen! Vor dem Abschied werden wir noch mit Salat, Käse, Kirschen und Granatapfelsirup beschenkt. Und Barbara, in ihrem Eifer nicht zu stoppen, wird organisieren, dass das Guesthouse von der Strasse her besser angeschrieben wird und die Tochter einen Englischkurs per CD erhält.
In Skoder gehen wir nochmals ins Guesthouse von Rosa, wo wir von ihrem Mann herzlich und gastfreundlich empfangen werden. Es ist fast schon ein bisschen wie heimkommen. Der Landy findet sofort wieder seinen Platz im blumigen Innenhof.
Mit grosser Dankbarkeit im Herzen verabschieden wir uns von Barbara. Durch sie haben wir viele liebe Menschen kennengelernt.
Nachdem wir uns in Rosas Innenhof ein wenig erholt haben, starten wir frisch geduscht zu einem weitern Spaziergang durch Skoder. Weil es schon unser dritter Besuch in dieser Stadt ist, fühlen wir uns schon ein bisschen heimisch, wollen keine touristischen Sachen mehr anschauen, sondern schlendern entspannt durch Quartiere

und essen in einem feinen Fischrestaurant Znacht, während ein Gewitter über der Stadt niedergeht.
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