Albanien hat eine lange Periode Kommunismus hinter sich, die erst vor 26 Jahren endete. In dieser Zeit gab es im Land fast 1000 Gefängnisse. Zwei davon besuchen wir heute. Das Erste ist in Gehdistanz zu unserem Übernachtungsplatz bei Rosa in Skodra. Es wurde in einem Teil zu einem sehr modernen Museum umgestaltet und zeigt eindrücklich und persönlich, was die Gefangenen erdulden mussten.

Der hintere Teil besteht aus dem Orginalgefängnis. Eine Zelle war nur ca. drei Quadratmeter gross und alle Häftlinge wurden in Einzelhaft eingesperrt. Viele haben das oder die Folter nicht überlebt.
Als wir das Museum verlassen, ist mir körperlich richtig schlecht.
Wir fahren Richtung Osten, durch eine sehr arme, einsame Gegend. Es beginnt zu regnen, was alles noch trister aussehen lässt.

Heftige Gewitter gehen nieder und der Weg gleicht manchmal mehr einem Bach denn einer Strasse.

Dann kommen wir in Spac, einem ehemaligen Lager für politische Gefangene und dem grausamsten Ort kommunistischer Geschichte, an. Ein netter Wachmann leiht uns seinen Schirm und so stapfen wir im Regen durch die Ruinen. Viele Gebäude sind schon so verfallen, dass man sie nicht mehr betreten darf.

Ein sehr beklemmendes Gefühl stellt sich ein. Spac ist heute Vergangenheit, aber an vielen Orten auf der Welt leider noch Gegenwart. Ich bin froh, dass ich das alles gesehen habe, aber auch sehr froh, als wir weiterfahren. Hinter den Gebäuden ist immer noch die Mine aktiv, in der die Gefangenen arbeiten mussten. Der Fluss, der von der Mine her ins Tal fliesst, hat eine komisch, giftige Farbe. Man nimmt es da wohl nicht so genau mit dem Umweltschutz.
In einem Eko-Hotel, ja auch das gibt es hier, trinken wir Kaffee und sind etwas ratlos, wie unser Programm weitergehen soll, da für die nächsten zwei Tage Regen angesagt ist. Jetzt aber ist es gerade trocken und so machen wir eine schöne Abendfahrt den Stauseen entlang Richtung Osten und finden ganz nahe am Wasser einen hübschen Platz zum Schlafen.