Freudig schauen wir aus unserem «Schlafzimmerfenster» und entdecken die Sonne, die sich so lange rar gemacht hat. Wir geniessen unser Frühstück doppelt und machen uns auf ins bekannte Valbonatal.

Es ist das dritte Bergtal in Nordalbanien, wo die Menschen jetzt auf Wandertourismus setzen.
Unterwegs immer wieder das gewohnte Bild, ganze Tierherden sind auf der Strasse.

Manchmal trifft man auch auf Kühe, die alleine nach Hause ziehen.
Wir stoppen an einer sehr alten Moschee, die nicht mehr in Betrieb ist. Sie ist umgeben von christlichen Gräbern.

Ganz hinten im Tal angekommen, starten wir zu einer kleinen Wanderung im Flussbett, zu einem Wasserfall. Leider verdunkelt sich der Himmel immer mehr und als es zu regnen beginnt, kehren wir um, gehen Kaffee trinken und warten ab. Es ist Samstag, viele albanischen Familien sind auch hierher gekommen, mehr zum Essen, denn zum Wandern.
Schnell kommt die Sonne wieder hervor, aber weil sich Hannes nicht ganz gut fühlt, fahren wir auf einen Campingplatz, sehr schön gelegen, direkt am Fluss. Wir bauen die Foxwing auf und ruhen aus, backen Brot und schlafen.

Das Wetter ist so unstet, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Sonne und Regen wechseln sich im Halbstundentakt den ganzen Nachmittag lang ab. Einmal sind die beeindruckenden Berggipfel von blauem Himmel und Sonne umgeben, um im nächsten Moment in Wolken und Regenschauer zu verschwinden. Wir sind sehr froh über unser «Aussenzelt», welches wir das erste Mal so richtig gut und lang brauchen können. Während der Regenphasen ist es sehr kalt, wir haben alle zur Verfügung stehenden Kleider an und trinken heissen Tee. Aber wir wissen jetzt aus Erfahrung, in einer Viertelstunde wechselt das Wetter wieder. Dabei ist jetzt Ende Mai und nicht April….
Wir denken jetzt wieder öfter an Zuhause, an den Heimweg und fragen uns, ist der Pfuff deshalb ein bisschen draussen?
Nach dem Znacht hellt der Himmel auf und wir machen einen Spaziergang zu einem kleinen See. Ganz unverhofft stehen wir in einem verwunschenen Wald. Steine, Bäume, alles ist bemoost und in der Mitte plätschert die Valbona.
Doch als wir bei Baclava und Kaffee wieder vor dem Landy sitzen, kommt der nächste Regenschauer, unsteht eben.