Unser letzter ganzer Albanientag beginnt im Valbonatal mit stahlend blauem Himmel. Trotzdem fahren wir ab, jetzt haben wir uns auf Heimweg eingestellt. Wir stehen um 6 Uhr auf und kurven los, denn wir wollen die 9 Uhr Fähre am Komansee erreichen. Rechtzeitig sind wir da und essen in der Nähe, zusammen mit einem lieben wilden Hund, Zmorge. Im Fährhafen bekommen wir die Auskunft, dass die Fähre erst um 13h fährt.

Typisch albanisch? Macht nichts, wir haben ja Zeit. So fahren wir in die Hügel um den Stausee.
Nach dem Mittag wird die Fähre dann bis auf den letzten Zentimeter mit vielen Autos, Töffs und Fussgängern beladen und legt ab.

Drei Stunden tuckern wir über den Komansee. Es ist eindrücklich, wie die Bewaldung bis ans Wasser reicht und wie immer neue orginelle geformte Felsen auftauchen.

Drei Stunden sind aber eine lange Zeit, zum Glück können wir auch auf dem Landydach und auf der Kühlerhaube sitzen.
In Koman angekommen, erwartet uns eine typisch albanische Strasse, voller Löcher, Spalten und Absätzen und leider 20 km lang. Das Fahren ist anstrengend, auch weil Hannes den Druck in unseren Reifen wieder erhöht hat und so entscheiden wir uns, nochmals eine Nacht in Albanien zu verbringen. Auf der Fähre hat Hannes eine Campingplatz empfohlen bekommen. Aber zuerst machen wir noch etwas ganz typisch albanisches, Lavazh. Ich habe noch nie mehr Autowaschmöglichkeiten gesehen als hier. Nachdem der Landy 6 Wochen durch Staub und Schlamm gefahren ist, wird er jetzt sauber. Für 200 Lek, das sind 1.60 Fr., arbeiten 3 Jungs bis er glänzt.

Trotzdem kann es Hannes nicht lassen, auf der Weiterfahrt noch einen Berg offroad zu erklimmen.

Mein Highlight dabei, Schildkröten sehen.
Heute sind uns nochmals alle typisch albanischen Tiere auf den Strassen begegnet: Pferde, Kühe, Esel, Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner und eben Schildkröten. Mit allen muss man hinter jeder Kurve rechnen.

Unser Campingplatz entpuppt sich als holländische Enklave in Albanien. Macht nichts, wir geniessen die sauberen Duschen und das verschnörkelte Restaurant, denn wir glauben jetzt nach 6 Wochen ein bisschen zu wissen, wie Albanien wirklich ist.
Und während ich das schreibe, bellen die wilden Hunde und ruft der Muezzin zum letzten Gebet. Das kann auch dieser Camping nicht ausklammern.
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