Mirupafshim heisst auf albanisch «aufwiedersehen». Heute werden wir Albanien verlassen. Ob wir es wiedersehen werden? Schwer zu sagen, Lust hätten wir bestimmt, ob wir auch die Zeit haben oder sie uns nehmen?
Es ist lange her, dass es schon beim Frühstück richtig heiss war. Wir brechen früh auf, weil wir noch roten Mohn, meine Lieblingspflanze in Albanien, ausgraben wollen und zwei Töpfereien besuchen.
Ein letzes Mal fahren wir so richtig durch landwirtschaftliches Gebiet. Die Menschen arbeiten von Hand auf den Feldern, lockern viel den Boden und schneiden Gras, das sie auf Eselskarren oder anderen Fahrzeugen hoch aufgetürmt nach Hause bringen.
Ich habe nicht damit gerechnet, in Albanien Töpfereien zu finden. Umso mehr freue ich mich jetzt, als wir bei der Ersten anhalten. Ein freundlicher Mann begrüssst uns und führt uns herum. Zum Glück kann er recht gut Englisch, denn er hat viel Spannendes zu erzählen.

Drei Familien leben von dieser Töpferei. Sie machen alles von A-Z selber, d.h. so holen auch den Ton selber aus den Bergen, bereiten ihn auf und lagern ihn.

Das macht uns Eindruck und wir kaufen ihm einiges ab. Kurz treffen wir noch seine Mutter, in der traditionellen schwarz-weissen Tracht, die mit ihrer Schwiegertochter und dem Enkel am Boden sitzt. Seine Mutter trage die Tracht jeden Tag, erzählt er uns, sein Frau werde sie aber nicht tragen. Wenn ihr also noch ein ursprüngliches Albanien erleben wollt, bereist es bald!
In der zweiten Töpferei gibt es schönere Geschirre, aber weniger spannende Geschichten dazu

Lustig ist, dass wir an der Strasse Drahtfiguren auf kleinen Bunkern sehen, die wir vor Wochen gesucht haben.

Als wir sie anschauen und fotograpieren, werden wir von einer alten Frau, auch in der Tracht angesprochen. Verständigung schwierig, Herzlichkeit gross.
Jetzt nehmen wir den Heimweg definitiv unter die Räder und verlassen Albanien über den selben Grenzübergang, über den wir vor sechs Wochen gekommen sind. Wir sind ein bisschen wehmütig, den wir haben dieses chaotische Land sehr gerne bekommen und fühlen uns bereichert.
Der allerletzte Eindruck von Albanien sind bettelnde Romakinder am Autofenster beim Warten an der Grenze. Das ist eine Situation, mit der wir bis zuletzt nicht gut umgehen können.
Wir fahren der Küste entlang nach Norden und staunen, wie anders es hier sofort ist. Verkehrsregeln werden eingehalten, viel weniger Abfall liegt herum und es wirkt allgemein wohlhabender. Und, das sagen wir euch erst jetzt, es gibt viel weniger Gedenktafeln für Verkehrstote an den Strassenrändern.
Als Schlafplatz fahren wir an einen kleinen Strand, der schon auf dem Hinweg unser Pausenplatz war. Jetzt hat die Saison begonnen, es gib eine Bar etc, aber zum Glück noch nicht so viele Leute.
Wir lernen René, einen sympathischen deutschen Reisenden, kennen und erzählen einander von unseren Erlebnissen der letzten Wochen. Er erinnert uns sehr an Silvan und siehe da, er ist Sozialarbeiter und reist in einem VW Bus.