Vor dem Frühstück bei meiner Tante laufen wir den Panoramaweg, der gleich neben dem tollen Übernachtungsplatz, den sie für uns organisiert hat, beginnt. Im Bäderquartier ist es noch ganz einsam, noch fast keine Kurgäste, die salzgeschwängerten Dampf einatmen.

Im besten Kaffeehaus am Platz trinken wir einen ersten Cappuccino und fühlen uns schon fast wie in Amsterdam, dabei sitzen wir am Flüsschen Nahe.
Zum Frühstück kommt mein Cousin vorbei, was mich sehr freut, denn wir sehen uns selten.

Dann fahren wir weiter gen Norden. Die Fahrt ist länger als ich dachte und obwohl es am Anfang sehr heiss ist, können wir später die Sonnenstrahlen an einer Hand abzählen und für die vielen Grautöne der Wolken reichen beide Hände nicht aus.
Gegen Abend haben wir es geschafft und kommen müde in Amsterdam an. Wir wohnen im Botel, das ist ein grosses, zum Hotel umfunktioniertes Boot. Wir haben es gebucht, weil wir es orginell fanden, sind vom Zimmer dann aber eher enttäuscht,da es sehr klein und alt wirkt. Mit einer Fähre sind wir in 10 Minuten beim Bahnhof Amsterdam. Wir lassen uns heute Abend einfach nur noch durch die Stadt treiben. Es ist spannend, dass wir anfangen zu vergleichen, aber nicht etwa mit Zürich, sondern mit Städten aus Albanien.
Hier gibt es auch Mohn, natürlich viel mehr und viel bessere Velos, weniger Abfall und als Touristen verschwinden wir in der Masse. Niemand heisst uns willkommen und freut sich, dass wir da sind. Aber wir freuen uns, dass wir da sind, finden ein feines Restaurant und beobachten auch hier gerne das Leben. Auf einem Nachtspaziergang kommen wir durch Gassen, die wir mit Scharen von Touristen teilen müssen, aber zum Glück auch durch einsame Grachten mit wunderschönen, auch topmodernen Hausbooten und alten, neu ausgebauten Häusern.


Ich freue mich, morgen mehr von dieser spannenden Stadt zu entdecken und lasse mich vom leichten Schauckeln unseres Botels in den Schlaf wiegen.