«Wann treffen wir drei wieder zusamm? Um die siebte Stund am Brückendamm.» Früher lernte ich in der Schule das Gedicht «Die Brück‘ am Tay». Heute stehe ich an dieser Brücke, respektive ihrer Nachfolgerin und kann, Google sei Dank, die schöne Ballade von Theodor Fontane vor Ort nochmals lesen. Es geht darin um das grösste Eisenbahnunglück in der Geschichte Grossbritaniens 1879.

Wir stehen an der Gedenkstätte, sehen neben der neuen Brücke noch die alten Brückenpfeilerreste und ich kann mir so gut vorstellen, dass man damals glaubte, Hexen seien am Werk gewesen.
Früher liebte ich Läden voller Schleckereien, heute tue ich es immer noch. Deshalb ist unser nächster Halt ein solcher Laden, der seit 1833 Bonbons herstellt. Heute haben sie noch viel Zugekauftes, wir erwerben nur Eigenkreationen und dürfen einen Blick in die winzige Süssigkeitenküche werfen, wo noch mit ganz alten Geräten gearbeitet wird.

Und jetzt wird es noch viel früher, denn wir suchen alte Piktensteine auf und bestaunen die über 1000 Jahre alten Arbeiten.

Dann führt uns der Weg am Dunnottar Castle vorbei. Wir haben dieses schon oft empfohlen bekommen. Und es ist wirklich eine ganz besondere Ruine, denn sie liegt sehr eindrucksvoll auf einem Felsvorsprung und war daher so sicher, dass die Kronjuwelen sogar einige Zeit hier versteckt wurden.

Unseren Schlafplatz direkt am Meer, an einem winzigen Hafen, sehr versteckt, haben wir dank eines Zürchers, den wir gestern kennenlernten gefunden. Wir unterhalten uns noch mit Einheimischen, die hier ein BBQ veranstalten und wie alle Schotten bis jetzt, sind sie sehr nett und hilfsbereit und haben viele Tipps, wo wir noch hingehen könnte.
Ein Abend-, bzw. Nachtspaziergang auf die vorgelagerten Felsen, das Suchen schöner Steine, die Jagd nach einem perfekten Foto und das kecke Hervorschauen von Seehunden aus dem Wasser runden unsere Tag ab.

Da wir fast immer sehr rollend planen, sind wir am Abend jeweils ganz erstaunt, wie viel Spannendes der Tag für uns bereitgehalten hat.