Reisen ist anstrengend, die vielen Eindrücke machen müde und wollen verarbeitet werden und immer wieder muss die nächste Aktivität geplant werden. Unser Rhythmus ist durch das lange Sonnenlicht am Abend etwas durcheinander geraten. Wir gehen spät ins Bett, weil man gefühlsmässig ja nicht im Hellen unter die Decke kriecht und stehen nur wenig später wie gewohnt auf. So wollen wir probieren, es heute etwas ruhiger angehen zu lassen und nicht zu viel zu unternehmen. Für einen richtigen Ruhetag ist es einfach zu kalt und zu windig. Ich stelle mir vor, mich mit einem Buch in ein hübsches Café zu verkriechen und lange nicht mehr zum Vorschein zu kommen. Wir fahren spät los und schon bald regnet es wieder.
Im Lochinver gibt es leider nicht mein Wunschlokal, dafür ein Restaurant, das zig Sorten hausgemachte Pies anbietet und uns köstlich zu Mittag essen lässt.

Als wir weiterfahren, treffen wir nochmals ein sympathisches zürcher Paar in einem grossen Reisemobil, aber auch sie fahren nicht in unsere Richtung.
Der Regen wird immer stärker und gleichzeitig bläst ein starker Wind. Es fühlt sich an wie in einer Autowaschanlage, in der gleichzeitig gewaschen und getrocknet wird.

Und wie wenn der Fehler bemerkt worden wäre, stoppt der Regen und der Wind bläst noch stärker. Dadurch reist der Himmel auf und beschenkt uns mit Sonne, welche die Landschaft zauberhaft erscheinen lässt. An manchen Bildern können wir uns kaum satt sehen.

Gut gelaunt rollen wir nach Ullapool, von wo aus wir morgen die Fähre auf die äusserste Hebridinsel, Harrys, nehmen werden. Wir besorgen ein Billett und essen dann am Hafen Fish and Chips, umringt von Möven, die hoffen, einen Happen ergattern zu können.


Es ist ein erholsamer Tag.
Jetzt geht es noch auf Schlafplatzsuche und diese gestaltet sich heute schwierig und aufwändig. Eigentlich wäre alles kein Problem, denn schöne, einsame Plätze gibt es viele. Der Wind erschwert es uns heute aber sehr, weil er heftig bläst. Unser Zeltdach bewegt sich dann jeweils, tönt und lässt uns schlecht schlafen. Wir brauchen also eine windgeschützte Stelle. Und diese finden wir heute nicht so einfach. Erst nach einigen Versuchen begegnen wir einer Baumgruppe, an die wir uns kuscheln und windstill stehen können. Als Tagesabschluss machen wir uns einen Irishcoffee, der jetzt natürlich zum Scotishcoffee wird.
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