Als wir aus dem Landy schauen, bekommen wir von Anthony, einem begeisterten englischen Camper im Campervan, den Hinweis, dass Robben hinter den Felsen schwimmen und den Tipp, unbedingt an einen kleinen Strand zu spazieren. Dieser ist hübsch, aber das sind sie alle hier auf der Insel und es hat wirklich viele. Dafür finde ich auf dem Weg den perfekten Schnurrbart.

Viele Schafe werden nicht geschoren, verlieren ihre Wolle langsam selber und deshalb sind die Wiesen oft mit weissen Wollbüscheln übersäht und auch an den Zäunen baumeln sie im Wind.
Typisch für Lewis sind die so genannten Blackhouses.

In ihnen haben die Menschen vor ca. 100 Jahren gelebt. Es sind lange, dunkle Häuser, den Stall direkt angebaut, um die Wärme der Tiere zu nutzen. Im Haus brannte immer ein Torffeuer, es gab aber keinen Kamin, das Feuer war mitten im Raum. Wir besichtigen eines dieser Häuser, das bis 1964(!)noch bewohnt wurde. Ich bin sehr beeindruckt, das ist mein Jahrgang und ich stelle mir vor, wie meine Eltern damals wohnten… Das Torffeuer brennt, alles ist rauchig, dunkel, sehr sehr einfach.

Ich wage kaum daran zu denken, wie kalt es hier im Winter gewesen sein wird.
Wir kurven durch die Insel, sehr dünn besiedelt, einsame Weiten, viel Natur. In und zwischen den Gärten von Häusern sehen wir immer wieder die alten kleinen Crafterhäuser, zum Teil noch ganz und als Schuppen genutzt, zum Teil nur noch Ruinen. Auch begegnen uns sehr viele Landys bei den Häusern, in den verschiedensten Verwesungs-, bzw. Verrostungsstadien.
Jeder kennt den Steinkreis Stonehenge in Südengland, nur wenige die Standing Stones von Callanish auf der schottischen Insel Lewis. Wir besuchen sie kurz, merken dann aber, wir mögen nicht mehr, müssten waschen und uns ausruhen.

Also fahren wir auf einen Campingplatz, um all diesen Bedürfnissen nachzukommen. Bleiben können wir nicht, alles voll, aber waschen und duschen dürfen wir.
So fahren wir am Abend wieder zu den Standnig Stones, campen an einem Meereszipfel ganz in der Nähe und kochen dort Znacht. Am Abend, als die meisten Touristen abgezogen sind, gehen wir nochmals zu den stehenden Steinen.
Vor 4000 Jahren wurden diese Steine hier aufgestellt, man kann heute nur rätseln wozu. Eine Interpretation ist, dass die Form einem keltischen Kreuz entspricht, obwohl  ein solches damals eine andere Bedeutung gehabt haben dürfte. Aus der Luft erkennt man diese Form gut.  Ein wirklich mystischer Ort, an dem wir drei Stunden verweilen. Wir geniessen die Stimmung, wie die Sonne untergeht und wie sich die Farben des Himmels und der Steine dabei verändern.