Während ich noch schlafe, trifft Hannes die gleiche einheimische Frau wie gestern. Sie diskutieren darüber, wie schlecht es der Wirtschaft hier auf den Inseln geht und die Dame tut kund, dass sie es nicht gut findet, dass wir hier schlafen, anstatt den nahen Campingplatz zu unterstützen. Immer mehr Junge ziehen von den Inseln weg. Auch von ihren drei Kindern sind zwei in England und der Dritte ist hier Automechaniker. Dieses Gespräch, von dem Hannes mir berichtet, beschäftigt uns und so wird «local ecomomy» zum geflügelten Wort. Wir wollten sowieso noch in eine Töpferei und unterstützen diese jetzt in diesem Sinn kräftig.
Das Wetter ist heute richtig traumhaft. Also planen wir viele outdoor Aktivitäten. Zuerst fahren wir ins Fairy Glen, das ist eine speziell verzaubert wirkende Landschaft, Hügel in allen Formen und Grüntönen. Die Touristen wandeln dazwischen hindurch und wenn ich hier leben würde, würde ich sofort mit Filzen anfangen und die Zwerge und Feen am Strassenrand verkaufen.
Zum Zmittag finden wir ein wunderschönes Artcafé. In gemütlicher Atmosphäre werden wir wunderbar bekocht. Das Dessert essen wir im schönsten privaten Blumengarten, den ich in Schottland je gesehen habe.

Und nicht zu vergessen, local economy unterstützt.
Eine Touristenattraktiom hacken wir noch ab und schauen vom Viewpoint aus, mit vielen Anderen und Dudelsackmusik hohe Basaltfelsen und einen Wasserfall, der direkt ins Meer stürzt, an.
Gestärkt fahren wir auf einen kleine Pass, welcher der Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist. Hier hat es sehr viele Leute, die nur darüberfahren und sehr viele, die hier wandern gehen. Die Strasse ist eng und daneben beginnt jeweils schnell der moorige Boden. In diesem kleineren Verkehrschaos werden wir auf ein Auto, das nicht mehr aus dem Sumpf fahren kann, aufmerksam. Die Familie aus Taiwan steht ziemlich hilflos und verloren neben ihrem Mietauto. Da hilft Hannes natürlich gerne und der Landy zieht einmal am Abschleppseil und die Familie kann aufatmen.

Dann starten wir unsere Wanderung, steigen auf einen Berg und umwandern bizarre Felsformationen.
Ein tolles Erlebnis, wandern lohnt sich immer, aber am Schluss bin ich recht erschöpft.

Beim Wandern stellen wir fest: Sonne, wenig Wind, keine Mücken! Perfekt! Auch das Nachtessen können wir noch unter diesen Bedingungen geniessen. Dann aber wird es wieder recht kalt. Diese Kälte setzt mir langsam etwas zu, ich habe Sehnsucht nach T-Shirt und Flipflop. Hannes, der so lieb probiert, es mir immer gut gehen zu lassen, findet sofort, wir könnten an die Wärme nach Südengland wechseln. Aber es sind ja nur noch ein paar Tage, Glasgow will ich nicht verpassen und wir haben jetzt auch für den Rückweg eine Fähre gebucht. Ich halte durch.
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