Wir sind auf Kintyre gelandet, weil es hier wenig Touristen haben soll. Bei genauerem Betrachten merken wir, was man hier alles Tolles machen kann und freuen uns sehr auf den heutigen Tag.
Der Westküste entlang fahren wir bei schönem Wetter in den Süden nach Campbeltown. Die Gegend ist wieder grün und fett und es gibt grosse Farmbetriebe mit vielen Kühen auf der Weide, v.a. die weiss-schwarzen haben es uns angetan und wenn viele beieinander stehen sieht man die ganze Musterpalette.
In der kleinen Stadt angekommen, machen wir einen Rundgang und spüren, wie gut uns die Mischung gefällt, viel Einheimisches mit einer oder zwei Prisen Tourismus. Es gab hier früher 34 Destillerien
und man erzählt sich, der Wiskynebel über dem Hafen soll sogar den Fischen ein unverwechselbares Aroma gegeben haben. Heute gibt es noch zwei und wir entschliessen uns, eine zu besuchen, weil Spingfild die einzige in Schottland ist, die noch vom Gerste keimen bis zum Abfüllen in Flaschen alles selber macht. Sie steht mitten in der Stadt und man merkt ihr das Alter an. Die Führung ist sehr gut und persönlich, da wir nur vier Gäste sind. Die Dame zeigt uns wirklich alles und ist selber vom Gären am meisten fasziniert.

Das Überträgt sich auf uns und auch wir schauen begeistert in die Holzbottiche, die 21000 Liter fassen und wo jeweils 75kg Hefe zugegben werden. Es riecht, schäumt, wirft grosse Blasen und wir können mit der Hand die warmen Temperaturen spüren.

Auch den Keller mit den Fässern besichtigen wir und lernen viel. Die vielen Fässer die draussen lagern, sind leer, müssen aber im Freien sein, weil sie sonst zu stark austrocknen.
Sie sehen sehr schön aus und Hannes und ich fotografieren um die Wette.
Nach einer Degustation können wir natürlich nicht Auto fahren und gehen in ein Pub zum Essen.
Draussen spielt ein Jugendlicher Dudelsack, unter anderem das Lied von Paul McCartney «Mull of Kintyre«. Ich kenne es, hatte aber keine Ahnung, dass es von der Gegend hier erzählt.
Der Ex Beatel lebte mit seine Frau u.a. auch hier. Sie hat sich schon damals für vegetarische Ernährung engagiert, selber musiziert und fotografiert. Da sie früh starb, hat die Stadt ihr einen kleinen Garten gewidmet.

Diesen besuchen wir, bevor wir uns aufmachen, an die südlichste Spitze der Halbinsel, das Mull of Kintyre.

Eine Passstrasse führt uns steil hinauf. Oben steigen wir aus und laufen eine Meile zum Leuchtturm hinunter.

Wir haben Glück, heute hängt kein Nebel auf der Landspitze. Wir verstehen jetzt aber, wozu das riesige Horn neben dem Leuchtturm ist.

Gerne wären wir noch länger am Meer gesessen, aber eine dunkle Wolke nähert sich und wir wollen nicht bei Regen hochlaufen. Das gelingt, aber der Ohrwurm des Liedes lässt mich nicht mehr los.
Mein Wunsch für heute Abend, Kochen mit Sonne und Meersicht. Also fahren wir der Ostküste entlang und suchen ein schönes Plätzchen. Alle meine Wünsche sind erfüllt, es ist nur etwas kalt wegen dem Wind.
Nahe unsere Fähre für morgen, verbringen wir einen letzten Abend am Meer. Warm eingepackt bestaunen wir die roten Wolken, die Flut, die hereinkommt und die schönen Steine und nehmen schon ein bisschen Abschied.
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