Es ist wunderbar ruhig und friedlich, hier zu erwachen. Mit Schlossblick kochen und essen wir Frühstück und haben die ganze spezielle Umgebung für uns allein. Das stimmt nicht ganz, wir teilen sie mit vielen Vögeln, die das Castle als ihr Zuhause ausgewählt haben und eifrig ein und aus fliegen und kommunizieren.
Als die Kasse öffnet, zeigen wir einmal mehr unsere Jahresmitgliedschaft und gehen als Erste über die Zugbrücke. Ich muss gestehen, dass ich vor unsere Reise nicht viel Interesse an Schlössern und Ruinen hatte. Als ich die vielen Bilder in den Reiseführern sah, dachte ich jeweils, wegen euch gehen ich nicht nach Schottland. Seit wir anfangs Ferien den Mitgliederpass erstanden haben und ich in einigen Castles war, hat sich meine Einstellung geändert. Ich stehe jetzt viel faszinierter in den alten Gemäuern, suche mit Freuden schöne Details und stelle mir viel über das damalige Leben vor.
Unser heutiges Schloss wird zurecht als sehr speziell beschrieben. Nicht nur die dreieckige Grundform ist aussergewöhnlich, sondern auch, dass die fordere Front noch ganz ist, während die hintere fast völlig fehlt, man hinein sieht und es von aussen wie eine Theaterkulisse erscheinen lässt.

Im Schloss selber wurde über die Jahrhunderte immer mehr eingebaut, was einen ungewohnten Stilmix ergibt.

Nach dem Schlossbesuch schauen wir uns noch eine alte Mühle an, erfahren, wie die allgegenwärtigen Haferflocken hergestellt wurden und damit mein Porridge zuhause noch besser wird, erstehe ich einen speziellen Rührstab dafür. Was es nicht alles gibt!

Jetzt können wir die Fahrt zum Fährhafen aber nicht mehr länger herausschieben. Sie dauert doch noch zwei Stunden, ist eintönig und am Schluss, wo es durch Newcastle geht, sehr anstrengend.
Wir freuen uns auf die Fährfahrt, auch wenn sie das Ende unserer Reise einläutet und wir uns von Schottland verabschieden müssen. Es ist wieder ein kleines Abenteuer, mit dem Landy in den riesigen Fährbauch zu fahren, die eigene Kabine zu suchen und sich dann auf dem Schiff umzusehen. Als es ablegt, stehen wir lange an Bord, auf der Hinterseite des Schiffes und sehen England immer kleiner werden. Wie auf der Hinfahrt machen wir ein gemütliches Picknick an Deck. Ich schauen viel aufs Wasser hinaus, kann mich manchmal fast nicht von diesem Blick lösen und werde ihn sehr vermissen.