Heute steht eine längere Fahr-Etappe an. Unser Ziel ist ein Campingplatz in Ouarzazate, welcher Silvan von andern Campern empfohlen worden ist. Der Weg führt uns zuerst in die Vororte von Casablanca. Da gibt es auch ein Shoppingcenter mit allem drum und dran. Wir nutzen die Gelegenheit und machen ein Basic-Shopping. Ohne Moni ist das aber nur halb so lustig. (Randbemerkung: Fehers würden sich da super wohl fühlen; es gibt Decathlon und gefühlte 50% der Autos sind Dacias :-))

Wir sind uns noch nicht so im Klaren, wie weit voraus, wir einkaufen sollen. Am Ende ist die Kühlbox aber doch voll.
Dann geht es über die Autobahn Richtung Marakesch. Die Vororte von Casablanca könnten unterschiedlicher kaum sein. Erschlossene Gebiete, bei denen der Bau der Häuser z.T nicht so vorwärts zu kommen scheint, wechseln sich ab mit traditionellen Bauten und auch sehr einfachen Bretterverschlägen.
Bei moderater Autobahngeschwindigkeit säuft Silvans Bus ziemlich viel, während der Landi quasi im Sparmodus unterwegs ist. Vor der Atlasüberquerung suchen wir darum noch eine Tankstelle, wo Kreditkarten akzeptiert werden. Für die gleichen 350km Strecke tankt Silvan 50lt und ich 32 lt. Aber da ich ihm während unserer gemeinsamen Zeit die Spritkosten übernehme, strapaziert das sein Reisebudget nicht.
Dann gehts Richtung Tizi ’n‘ Tichka Pass (2260m). Es gibt immer weniger Grün. Je höher wir kommen, je karger und schroffer ist die Landschaft. Wir schängeln uns die Strasse mit ca 40km/h hoch. Immer wieder sehen wir doppelstöckige Tiertransporter, wobei beim Lastwagenrennen meist die Schafe gewinnen.

Das Geholper lockert den defekten Stecker bei der Zündung des Buses. Silvan kennt das Problem und wir können mit einem Kabelbinder für mehr Halt sorgen.

Beim Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Ouarzazate. Die letzten Kilometer durch die kleine Stadt bis zum Campingplatz erfordert dann höchste Konzentration. Das Leben auf der Strasse ist sehr quirrlig, Velofahrer und Fussgänger sowieso, manchmal auch Autos, sind nicht immer leicht zu erkennen.
Über eine staubige Strasse erreichen wir dann endlich den kleinen Campingplatz. Die Camper stehen schon dicht. Zum Glück finden wir aber noch zwei Plätze (das Foto ist vom nächsten Morgen).

Das gekauft Gemüse verkochen wir zu einer grossen Pfanne Ratatouille. Dann sitzen wir noch gemütlich beisammen und verschieben die Planung auf Morgen. Zum Glück schläft auch der Pfau irgendwann, der gleich neben uns auf einer Mauer immer wieder schreit. Ich schlafe ein beim Gebell der wilden Hunde, die die Zeit nutzen, sich die Geschehnisse des Tages zu erzählen.