Silvan möchte unbedingt versuchen, einen Wüstentrack zu fahren, solange Manuel und ich mit dem Landi da sind. Aus einem Führer suchen wir einen heraus mit einem niedrigen Schwierigkeitsgrad. Es ist eine Wüstenrundtour von ca 170km mit Start in Foum Zguid. Unser Plan ist es, die ersten Kilometer des Tracks heute noch zu fahren und dann irgendwo in der Wildnis zu übernachten.
Wie es so ist, es dauert länger, bis wir alles aufgeräumt haben und den Campingplatz in Ouarzazate verlassen können. Die ersten 70km führen über eine Schotterstrasse. Wir lassen das erste Mal etwas Luft aus den Reifen, um das Wellblech besser absorbieren zu können. Die Landschaft ist sehr karg und trotzdem immer abwechslungsreich.


Nach der Schotterstrasse führt eine normale Teerstrasse nach Foum Zguid. Die Landschaft erinnert und sehr an den Südwesten der USA. Kaum haben wir in Foum Zguid angehalten kommt schon jemand und fragt uns, ob wir nicht im Restaurant nebenan etwas trinken wollen. Da das sowieso unser Plan ist, setzen wir uns ins Restaurant direkt am Hauptkreisel des kleinen Ortes und bestellen etwas zu essen. Es ist spannend das Treiben um diesen Hauptkreisel zu beobachten, Schulkinder auf Velos auf dem Nachhauseweg sind, gegenüber öffnet eine Lebensmittelladen und der Verkäuft räumt seine Waren vor den Laden, einige Töfffahrer passieren mehrere Male die Stelle, wer weiss in welcher Mission, …

Wir decken uns noch mit Lebensmitteln und Wasser ein und verlassen dann den Ort. Dank GPS finden wir den Einstieg in den Track ohne Probleme. Zu Beginn ist es eine steinige Strasse mit kleineren Sandverwehungen. Nach 10 Minuten Fahrzeit kommt aber eine ca 20 Meter lange Sandpassage. Mit dem Landi kommen wir gut durch und halten auf der andern Seite. Wir geben Silvan noch Anweisungen er solle mit genügend Momentum fahren aber sofort stoppen, wenn er nicht mehr weiterkommt, damit sich die Räder nicht eingraben. Nach 10 Metern steht er dann aber schon still und kommt weder vorwärt noch rückwärts. Aber für solche Fälle sind wir ja gerüstet. Wir verbinden die beiden Fahrzeuge mit dem Bergegurt. Leider zuerst in einem etwas ungünstigen Winkel, so dass es den Bus gegen einen kleinen Hügel zieht. Nach dem zweiten Mal ansetzen steht auch der Bus wieder auf festem Untergrund. Aber die nächste kritische Stelle kommt unmittelbar danach, diesmal etwas länger. Gleiches Spiel, nur ist dieses Mal das Bergegurt zu kurz und wir müssen mit dem Landi bis in den Sand zurückfahren. Prompt reicht hier die Traktion des Landis nicht aus. Er beginnt sich auch in den Sand zu graben. Wir verlängern das Bergegurt mit dem kynetischen Seil.

Damit können wir etwas Anlauf holen und erst wenn das Seil gedehnt ist, wird die Zugkraft genügend gross. Ohne Probleme kommen so beide Fahrzeuge aus der zweiten Sandpassage raus. Nun ist definitv der Zeitpunkt gekommen, um den Reifendruck nochmals zu senken.

Ab da kommen wir gut voran und passieren die kleineren sandigen Stellen ohne Probleme. Bei einem Palmenhain finden wir kurz vor der einbrechenden Dunkelheit noch einen Uebernachtungsplatz.
Wir installieren uns. Silvan macht ein Feuer, kocht uns einen Tee und wir essen noch etwas Käse und Brot. Wir sitzen um das Feuer, betrachten den überwältigenden Sternenhimmel und sind zufrieden mit unserem Abenteuer. Gegen 20:00 Uhr kommt dann aber ein Wind auf, so dass wir beschliessen den Tag zu beenden und lieber morgen früher aufzustehen um das Tageslicht besser zu nutzen.