Pünklich um 09:00 Uhr treffen wir Mustafa in der Ortsmitte von Foum Zguid. Nach dem Einkaufen geht es gleich los. Wir fahren die Piste nach Süden, über die wir vor zwei Tagen zurückgekommen wären, wenn uns die Militärs nicht in eine andere Richtung zurückgeschickt hätten. Die Strecke ist abwechslungsreicher, für Silvans Bus wäre es eine Tortur geworden. Auf der Strecke gäbe es aber einige schöne Uebernachtungsplätze, das müssen wir uns merken. Der erste Halt ist bei einer Nomadenfamilie. Mustafa selber ist bis zum Alter von 7 Jahren in solch einem Zelt aufgewachsen.

Wir werden auf einen Tee ins Zelt eingeladen.

Auch die kleinen Zicklein und Hühner gehen in diesem Zelt ein und aus.

Als Dankeschön für diese herzliche Gastfreundschaft kauften wir ein kleines handgemachtes Dromedar.
Weiter gehts durch die Wüste über die ausgetrocknete Schlammoberfläche eines ehemaligen Sees bis zum aktuellen Wohnort von Mustafa. Dort kocht er uns eine Tagine zum Zmittag.

Er wohnt da mit seinen Eltern in einem Raum. Die Familie hat Ziegen und Dromedare. Die Mutter ist gerade mit den Ziegen draussen und der Vater muss seine Dromedare aus einer grossen Herde die gegen Westen zieht herauslösen damit sie nicht mitziehen. Auf der Weiterfahrt stoppen wir zuerst kurz bei der Mutter und danach beim Vater. Dieser ist mit einigen andern Männern draussen bei der Dromedarherde.

Sie sind mit einem alten Landi unterwegs. Wir können mit unserem Kompressor aushelfen und ihnen die Pneus aufpumpen.

Leider funktioniert danach der Kompressor nicht mehr korrekt, und ich werde mich in den nächsten Tagen darum kümmern müssen, da davon die Luft für die Hinterachssperre kommt.
Mustafa hat für uns einen Dromedarritt auf seinen Dromedaren arrangiert. Dieser beginnt bei der Titanic. Das ist ein Cafe/Restaurant/Bivouac mitten auf der riesigen Fläche des ehemaligen Sees, welches als in der Form eines Schiffs gebaut wurde. In dieser Weite mutet das sehr eigenartig an, wenn man aber gedenkt, dass da mal ein See war …
Mustafa leiht mir seinen Turban für den Dromedarritt.

So geht es für ca 1h bis zu den Dünen und wieder zurück. Die Erfahrung ist es wert, aber ich würde den Landi jetzt nicht gegen ein Dromedar tauschen, obwohl ich mich kurz danach mit dem Landi in einer Düne festfahre. Typischer Anfängerfehler, ich bin vom Gas gegangen bevor es wieder nach unten ging und bin oben stecken geblieben. Mit Schaufeln und Bergegurt befreien wir den Landi.

Die Nacht verbringen wir in einem Bivak. Das sind zwei drei Lehmhäusser in den Dünen, wo die Führer mit ihren Gästen die Nacht verbringen können. Da aber die Lehmhäuser schon besetzt sind, hat Mustafa Zelte mitgebracht. Wir essen die zweite Tagine, schwatzen miteinander, schreiben den Blog, singen und gehen dann schlafen.

Morgen ist um 06:40 Sonnenaufgang, den wir von der höchsten Düne in der nahen Umgebung anschauen wollen.