Auf dem Campingplatz in Assilah macht uns Silvan unser letztes gemeinsames Frühstück.

Wir sind jetzt genau 14 Tage zusammen unterwegs und heute trennen sich unsere Wege. Manuel und ich müssen um 13 Uhr in Tanger Med für die Fähre einchecken und Silvan wird Fabrice, der gestern angekommen ist, in Tanger treffen.
Wir machen die Autos reisebereit und geben Silvan, was er für seine Weiterreise gebrauchen kann mit. Zusammen fahren wir noch an einen Stellplatz in der Nähe von Tanger, wo Silvan und Fabrice evt. die nächste Nacht verbringen könnten. Die Verabschiedung ist sehr herzlich. Es freut mich, dass wir die Gelegenheit für diese gemeinsame Reise gepackt haben. Die Erfahrung, zusammen mit Silvan und Manuel als Erwachsene zu reisen, ist für mich einmalig. Es macht mich stolz, wenn ich miterleben darf, wie sie mitplanen, und -entscheiden, Initiative ergreifen und Kontakte knüpfen. Dies und unsere unterschiedlichen Reiseerfahrungen machten diese Marokkoreise zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Manuel und ich erreichen Tanger Med nach einer etwas stressigen Fahrt durch Tanger genau rechtzeitig, 2h vor Abfahrt der Fähre. Nach allen Formalitäten inkl. Durchleuchten der Fahrzeuge (dazu werden ca 5-8 Fahrzeuge hintereinander aufgereiht, alle Passagiere steigen aus, dann fährt ein Röntgenlastwagen langsam an den Autos vorbei, …) können wir 15:30 Uhr auf die Fähre fahren, also 1/2h nach der geplanten Abfahrt. Es dauert aber nochmals gut 2h bis das Schiff dann endlich auslaufen kann. Der erste Tag verläuft relativ ruhig. Nach gut 24h sind wir wieder in Barcelona. Auch da scheint der Aufenthalt länger zu dauern. In der Nacht kommt ein Sturm auf, der bis am Nachmittag das zweiten Tages dauert. Das Deck ist geschlossen, Pflanzen und lose Gegenstände fallen um und das Geschirr beginnen auf dem Tisch hin und her zu rutschen. Vom Esssaal aus sehen wir, wie die Gischt über den Bug bis fast über das ganze Schiff spritzt.

Wir liegen während dieser Zeit viel im Bett und lesen, wenn es das Schaukeln erlaubt. Zum Glück haben wir ein Medikament gegen Seekrankheit bei uns.
Die Fähre legt mit ca 3h Verspätung in Savona an. Bis wir dann die Fähre verlassen können, dauert es aber nochmals gut 2h. Aber das Verlassen der Fähre ist ein Erlebnis für sich. Es gibt keine Crewmitglieder, welche die Fahrzeuge anweisen wie z.B in Schottland. Wahrscheinlich würden die hier auch einfach ignoriert. Jedenfalls wird gehupt und um jeden Zentimeter gekämpft. Es verläuft immer nach demselben Prinzip: Es gibt Flaschenhälse, wie Rampen, Polizeikontrollen oder der Zoll, wo nur 1-3 Fahrzeuge parallel abgefertigt werden. Zwischen diesen Flächenhälsen werden aber soviele parallele Kolonnen gebildet, wie die zur Verfügung stehende Breite maximal zulässt. Dabei werden alle Mittel genutzt, sich einen besseren Platz für den nächsten Flaschenhals zu ergattern.
Endlich draussen fahren wir los Richtung Schweiz und lösen uns beim Fahren ab. Um 05:30 Uhr kommen gut aber etwas gerädert an der K10 an.
Comments by Hannes Schneeberger