Beim Verlassen der Stadt werden die Gegensätze von reich und arm nochmals ganz deutlich. Hier werden teure Einkaufszentren erstellt, ein paar Strassenzüge weiter sitzen Bettler am Rand. Je weiter wir uns von allem entfernen, je näher kommen die Berge des Antiatlas.
Ein wunderbare Fahrt ins Land der Berber beginnt. Langsam schrauben wir uns die Berge hoch, Arganbäume und Kakteen begleiten uns. Immer wieder hat es Häuser, die recht stattlich wirken. Berge und Häuser leuchten rötlich. Unsere Fotografen sind untröstlich, dass sie das Morgenlicht verpasst haben und die Sonne jetzt senkrecht steht und das Licht sehr weiss ist. Die Landschaft und die Vegetation verändern sich fast hinter jedem Pass, den wir überqueren. Oft sind die Hänge terrassiert, was sehr hübsch aussieht. Die Terassen werden aber lange nicht alle bewirtschaftet, viele verfallen sogar wieder.

Es sind sehr wenig Menschen unterwegs und wenn wir Frauen antreffen, verhüllen sie ihr Gesicht sofort. Das erschwert mir das spontane Grüssen und Zuwinken, denn sie wirken dann so unnahbar. Aber das täuscht, auch sie winken zurück.
Als wir durch ein Städchen fahren, nimmt die Landydichte plötzlich stark zu und ich fühle mich nicht ganz so fremd.

Nach vielen Kurven und vielem Staunen ob der Natur und den roten schönen Häusern, kommen wir unverhofft durch ein kleines enges Dorf, wo Markt ist. Die Stasse ist extrem schmal und wir sind plötzlich eng umringt von Männern und Knaben. Ein eindrücklicher Moment…viele winken und lachen herzlich,
Beim Mittagslunch im Schatten eines Arganbaumen fragen sich Rita und ich, wo wir jetzt wohl wären, wenn wir hier geboren worden wären. Unsere Männer und Jungs wohl auf dem kleinen Markt und wir, sicher schon sehr verbraucht und gealtert am Kochen oder am Gras für die Tiere mit dem Esel den Berg hoch transportieren.

Während der nächsten Zeit begleitet uns Ginster und Lavendel, denn wir sind mittlerweilen schon über 1200 Meter hoch. Auf einer Hocheben steht eine alte Kasbah aus dem 13 Jahrhundert. Heute leben hier nur noch drei Familien und sie geherbergt ein Guesthouse.

Sie wurde und wird renoviert und erhalten und wir besichtigen sie.

Die letzte Fahrt machen wir in wunderschönem Abendlicht, die Felsen leuchten rot und erinnern uns immer wieder an Amerika.

In einem ausgetrocknetem Flussbett parken wir für die Nacht. Während es eindunkelt und wir essen, ruft der Muezzin aus unterschiedlichen Moscheen.
Dann zirpen nur noch die Grillen und über uns tut sich ein unglaublich reicher Sternenhimmel auf.
Comments by Hannes Schneeberger