Wieder einmal schrauben wir uns hoch in die Berge. Die witzigen Gesteinsformen bleiben zurück, die Berge sind wieder gleichmässiger und nur ganz sparsam mit dem selben kleinen Strauch bewachsen. Unser Ziel ist eine Oase, bzw eine Oasenrundfahrt. Auf 1200 Metern oben sehen wir dann plötzlich das typische Bild, ein Fluss und ihm entlang Palmen, wie im Bilderbuch.

Die Vegetation wird immer dichter, es wachsen Oliven, Oleander und Dattelpalmen. Der Fluss besteht wegen der erwähnten Dürreperiode aber nur noch aus einigen veralgten Tümpeln.
Wir streifen durch das üppige Grün und essen dann auf der Terasse des einzigen kleinen Guesthouses ein Berber-Omlette, das köstlich schmeckt und das wir sofort in unseren Campermenuplan aufnehmen.

Die Weiterfahrt bietet nicht mehr so spektakuläre Orte, aber wir holpern glücklich über die Pisten, bis wir zurück in Tafroute sind.

Gerne würden wir nochmals wild übernachten, aber eine Dusche haben wir alle wieder einmal sehr nötig. So gehen René und Hannes auf einen Campingplatz, nur ganz kurz zum Duschen und Rita und ich in ein Hammam. Da wir beide auch in der Schweiz nicht so die Wellness-Sauna-Spa-Typen sind, müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Wir geben uns einen Ruck und machen uns auf ins Ungewisse. Da hier viele Häuser noch nicht ans Wassernetz angeschlossen sind, wird das Hammam fleissig von Einheimischen genutzt. Es liegt in einem Wohnquartier, alleine hätten wir es kaum gefunden. Aber Hassan, der uns schon gestern begrüsst und bestürmt hat, mit dem Fokus, uns in seinen Laden zu bringen, taucht wie aus dem Nichts auf (verfolgt er uns, es ist jetzt schon die dritte Begegnung?) und zeigt uns den Weg.
Wir bezahlen für eine Eintritt 13 Dirham. Dann stehen wir in einem grossen Umkleideraum, etwas hilflos und wissen nicht recht weiter. Plötzlich sehen wir eine Art Schalter. Dahinter steht eine lächelnde Frau und gibt uns mit Händen und Füssen zu verstehen, dass wir nochmals einen Dirham, 10 Rappen, bezahlen müssen, damit sie unsere Kleider hütet und wir Kübel und Wasserschöpfkelle bekommen.
Da sie unsere Unsicherheit bemerkt, macht sie uns Zeichen, wir sollen alles ausziehen und die Unterhosen anbehalten. Danach führt sie uns in eine grosse Dampfkammer. Dort sitzen fröhlich viele Frauen am Boden und waschen und schruppen sich. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Dicken, Dünne, Grosse, Kleine, schwatzen, pflegen sich und waschen einander den Rücken und die Haare.
Unsere Unsicherheit ist verflogen, wir wissen jetzt wie es geht und geniessen es, den Staub der letzten Tage los zu werden.
Ganz so lange wie die Einheimischen halten wir es nicht aus, aber für sie ist es sicher noch viel mehr sozialer Anlass als für uns.
Frisch und froh gehen wir noch in den Gemüsesouk und treffen dann unsere Männer im Café.
Wie versprochen, gehen wir noch beim Hassan im Geschäft vorbei und obwohl wir nichts kaufen, bleiben alle freundlich. Eine gute Erfahrung.

Unser Schlafplatz ist fast der selbe wie letzte Nacht. Beim Zanchtkochen geht Grebers Wasserpumpe, passend zum heutigen Blogthema, kaputt und so stecken jetzt beide Männer mit den Köpfen im Kofferraum am Reparieren. Hoffentlich gibts nachher noch ein Feuer, das Holz wäre gesammelt.
Comments by Hannes Schneeberger