Die Nacht war kalt und der Morgen ist es auch. Warm eingepackt sitzen wir bei Kaffee und Porridge und geniessen nochmals die herrliche Szenerie, in der wir genächtigt haben.

Wenn die Sonne dann da ist, wärmt sie uns schnell und mitte Vormittag sind wir wieder in Tshirt und Sandalen unterwegs.
Heute gibt es einen Reisetag. Da wir morgen mit einem Guide in Foum Zguid für eine zweitägige Wüstentour abgemacht haben, müssen wir heute viele Kilometer nach Osten fahren. Ich hätte nie gedacht, dass aus dem Autofahrtag ein so schönes Erlebnis würde.
Es fehlen mir die richtigen Worte, um zu beschreiben, was wir alles an Natur gesehen haben. Es war extrem abwechlungsreich, spannend, farbig, kahl, blumenreich und die Gebirgsfaltung immer wieder einmalig.


Zwei Begebenheiten werden mir besonders im Gedächtnis bleiben. In the middle of nowhere reitet uns eine Frau auf einem Esel entgegen. Sie ist verschleiert und hält ein Handy ans Ohr. Und dann die vielen Menschen, die irgendwo am Boden sitzen und warten. Worauf? Auf ein Sammeltaxi, einen Freund, auf bessere Zeiten?
Bei der Mittagsrast fotographiert Hannes eine Käfergrille, die aussieht wie ein grauer Stein, perfekt getarnt.
Danach reicht er mir den Fotoapparat und bei der Übergabe fällt dieser zu Boden und geht kaputt. Sch…..!! Aber zum Glück hat er ja noch seinen grossen Foti dabei.
Wir stehen oberhalb eines ausgetrockneten Flusses und sehen von weitem, wie drei Frauen einen Esel und ihre Rücken mit Gras beladen und zurück ins Dorf laufen. Wir winken einander zu und so beschliessen Rita und ich, hinunter zu gehen und ihnen Frauenkleider zu schenken, die Rita noch dabei hat. Sie können leider kein Wort Französich, umarmen uns aber herzlich und freuen sich sehr über das überraschende Geschenk, welches sich die eine Frau gleich mit einem Tuch auf den Rücken bindet.

Und dann, weit ausserhalb des Dorfes entdecken wir die ersten Kamele. Eigentlich ja Dromedare, aber ich nenne sie weiterhin Kamele. Eindrücklich, wie sie im trockenen Flussbett laufen, wie bei uns die Kühe auf der Alp.

Die Landschaft begeistert uns weiterhin und wir finden, sie brauche den Vergleich mit dem Südwesten der USA nicht zu scheuen.
Nach einem Kaffee in Tata, nehmen wir das letzte Stück Strecke unter die Räder.
Wir nähern uns der Wüste und entsprechend wird es um uns immer karger. Die typischen Afrikabäume, die Arkazien tauchen auf.
Auch die ersten kleinen Sanddünen sind in Sicht und da suchen wir unseren Schlafplatz.
Dank 4×4 ist es kein Problem durch Sand und über Steine zu fahren, bis wir unseren Traumplatz gefunden haben.


Nachts ist es dann wirklich ganz dunkel, keine Lichtverschmutzung dringt zu uns und es ist unglaublich still.
Antonia Somm
28. Februar 2019 — 15:48
Ihr Lieben,
so fantastische eure Fotos und Texte, die mich mitnehmen auf eurer Reise und meine Sinne wecken, als wäre ich selber dabei auf holprigen Routen, im dunklen Raum des Töpfers, am Tisch am Omeletten schmausen, an stillen Plätzen vergab von Lichtsmog unterm Sternenhimmel.
Die Begegnung mit den Frauen berührt mich sehr und ich spüre eure Achtsamkeit, euren Respekt und eure Bewunderung, die ihr dem „Fremden“ und den Frauen in dieser Szene im Speziellen entgegen bringt. Dinge tauschen – wann hab ich das zum letzten Mal gemacht. Wie schön ist dieses Gefühl ohne Geld im Tauschen und Verschenken einander näher zu kommen!
Danke für den tollen Blog!
Weiterhin gute Reise wünscht euch
Antonia