Langsam beginnt sich bei mir etwas Traurigkeit breit zu machen, weil sich die wunderbare Zeit in Marokko dem Ende zuneigt. Vieles, was wir heute sehen und erleben, erleichtert mir den Abschied.
Aber zuerst frühstücken wir auf unserem schönen Plätzchen am Fluss und und fahren dann durch eine Furt zurück auf die Hauptstrasse.

Der Weg schlängelt sich weiter Tal abwärts. Die Gegend erscheint uns wie der Westen der USA und es würde uns nicht wundern, stünden wir plötzlich am Bryce Canyon.

Wir sind jetzt schon im Einzugsgebiet von Marakkesch und das spürt man deutlich. Hier kommen oft Touristen vorbei. die Hoteldichte nimmt zu und die Menschen winken nicht immer so freudig wie auf dem Land. In der kleinen Stadt Asni halten wir an und kaum sind wir ausgestiegen, wird jeder von uns schon von einem Verkäufer belagert, ein sehr unangenehmes Gefühl. Als Rita und ich loslaufen, um noch ein paar Einkäufe zu machen, schwupps, ist wieder Einer an unserer Seite. Zuerst begleiten sie einem und erklären ungefragt alles über die Stadt, über die es eigentlich gar nichts zu sagen gibt. Dann plötzlich kommt aus dem Rücksack Schmuck zum Verkaufen. Weil wir nichts wollen, purzelt der Preis ins bodenlose und endet in betteln.
Als wir schon wieder im Auto sitzen, merkt Hannes, dass die Stange, die unser Tablet mit dem GPS hält, nicht mehr angezogen werden kann. So klein unser Gefährt auch ist, Hannes hat für jeder Situation die richtigen Ersatzschrauben dabei und findet auch jetzt jene, die von Nöten ist. Chapeau! Und schon ist wieder ein Händler an meiner Autotüre, ein sypatischer, alter, fast zahnloser Mann. Er will uns «seulment un plaisir pour les eaux» machen, indem er mir all den Schmuck ins Auto streckt. Da er ja nicht wie wir AHV und 1.,2.,3. Säule hat, kaufe ich ihm schlussendlich etwas ab. Diese Momente erleichtern mir den Abschied.
Jetzt schrauben wir uns nochmals in die Höhe, denn wir wechseln über die Berge von einem Tal ins nächste. Es wird empfindlich kalt, was wir uns gar nicht mehr gewohnt sind. Der höchste Berg von Marokko rückt ins Blickfeld, schneebedeckt. Die Berge darum herum sind bewaldet. Nicht so meine Lieblingslandschaft, ich gehöre eher zur Steinfraktion. Schaf- und Ziegenherden hat es trotzdem immer noch und vor allem die süssen Ziegen haben es mir angetan.

Nebel zieht auf und wird immer dichter. Als wir wieder einmal für einen Fotostopp anhalten, taucht aus dem Nichts ein Verkäufer von Versteinerungen auf. Wir haben nichts mehr zum Tauschen, möchten ihn gerne unterstützen (local economy) und erstehen den Ammonit vom Titelbild.

Es kommen wieder mehr Dörfer in Sicht, braun wie die Erde, aus denen sie gemacht sind, sieht man sie manchmal kaum.

Nur Wäsche und Teppiche zum Lüften leuchten farbig. Unerwartet empfängt uns auf 1400m ein Blütenmeer von Fruchtbäumen. Und dann kommt das schrägste der ganzen Reise. Wir sind im touristischen Ourikatal. Es ist ein hübsches Flusstal, dass im Einzugsgebiet von Marrakesch liegt und im Sommer der Kühle wegen oft besucht wird. Hier hat es gefühlte 200 Restaurant und Cafés. Ständig will uns ein Lotse auf seinen Parkplatz locken.

Dabei suchen wir doch nur ein ruhiges Plätzli für unseren Zmittag. Wir müssen das Tal bis zum Ende fahren, um eines zu finden.
Und wenn wir schon da sind, wollen auch wir den Kaffee auf den bunten Plastikstühlen im oder am Wasser trinken.

Das Tal bietet auch unzählig viele Stände, an denen man alles kaufen kann, was Marokko hergibt. Auch Kamelreiten ist hier möglich.
Was ein Glück, waren wir für alles am Orginalschauplatz!
Am Abend sind wir auf dem Campingplatz von Marakkesch und es beginnt zu regnen. Adieu du schöne warme Zeit im herrlichen Süden Marokkos.
Comments by Hannes Schneeberger