zurückfliegen für Rita und mich
zurückfahren für Hannes und René
zurückschauen, zurücksehnen für uns alle
Das Schreiben des Blogs habe ich auf dieser Reise als sehr anstrengend empfunden. Das liegt vermutlich an der Intensität unserer Tage. So viele Eindrücke, so viele Erlebnisse, wir waren am Abend einfach immer sehr müde. Jetzt, während des Fluges, schreibe ich noch ein paar Dinge auf, die zu kurz gekommen sind.
Im Vorfeld unserer Reise habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie wohl ich mich in diesem Land fühlen werde, was auch meine Vorfreude trübte. Und jetzt kann ich sagen, wir haben uns, mit ganz wenigen Ausnahmen, sehr wohl gefühlt. Unangenehm waren die Guides im Dorf der grünen Töpferware. Unangenehm sind bettelnde Menschen, weil sie dich mit dem Elend auf unserer Welt konfrontieren. Unangenehm sind einige Verkäufer in den Souks von Marrakesch, die dir keine Zeit lassen zum Denken und das Objekt der Begierde schon fast eingepackt haben, bevor du deinen Preis nennen oder ablehnen kannst. Dem gegenüber stehen aber sehr viele herzliche Begegnungen mit liebeswerten Menschen. Menschen, die dir zuwinken, obwohl sie nichts wollen und dich in ihrem Land willkommen heissen.
Marokko ist im Bau. Wir haben hunderte von Baustellen gesehen, riesige in den Städten, winzige in Dörfern. Überall sieht man Menschen bauen, Häuser sind oft noch unverputzt und die Armierungseisen ragen noch nach oben, könnte ja sein, das später weiter gebaut wird. Die meisten Häuser sehen für mich so aus, wie wenn ein Architekt nur die Quadratform zur Verfügung gehabt hätte und diese dann in unterschiedlicher Anzahl angeordnet hat. Schulhäuser sind immer farbig angemalt und oft zwischen Dörfern gelegen. Da Schule nur halbtags statt findet, sind immer Schulkinder auf den Strassen unterwegs. Manchmal müssen sie kilometerweit laufen, fast immer tragen sie einen weissen Schulkittel.
Klein-und Wechselgeld ist ein ewiges Thema, denn niemand hat es. Weder die Polizei, wenn sie Busen verteilt, noch der Gemüse- oder Souvenierhändler. Jeder geht zum Nachbarn oder noch weiter und wechselt das Geld seiner Kunden. Wir haben sehr oft auf Retourgeld gewartet, aber es kam immer.
Thé à la Menth, das Nationalgetränk schmeckt köstlich. Es ist ein Grüntee mit frischer Pfefferminze und unglaublich viel Zucker. Man trinkt und bekommt ihn überall, im Restaurant, beim Schmuckhändler und bei Einladungen. Entsprechend schlecht sind die Zähne der Marokkaner, entweder ganz braun, lückenhaft oder gar nicht mehr vorhanden.
Und als letztes noch eine Liebeserklärung an unseren Landy. Er war für uns auch auf dieser Reise wieder mal genau das Richtige. Ja, er ist klein im Innenraum und zum Drinsitzen bei Regen oder Kälte nicht sehr komfortabel. Aber genau diese Grösse, bzw, Kleine ist ideal, um durch winzige Dörfer und enge Strassen zu kurven. Mit einem grösseren Fahrzeug fällt man noch mehr auf oder fährt gewisse Routen gar nicht mehr. Daran muss ich mich erinnern, wenn ich das nächste mal bei Regen nicht so bequem sitzen kann. Aber uns ist es das wert. Und da es in Marokko fast immer schönes Wetter war, stimmte es total für uns.
Zurück – jetzt gerade in Richtung Europa. Aber dann auch wieder in Richtung Afrika, Marokko, wir kommen sicher zurück!
Comments by Hannes Schneeberger