Trans-Swiss-Trail 5.Tag, Mont Soleil – Neuchâtel, 27.5 km!!
Mutig haben wir für heute zwei Tagesetappen zusammengehängt. Mangels Übernachtungsmöglichkeit müssen wir bis Neuchâtel kommen.
Direkt vom Hotel aus führt uns der Wanderweg durch taufrische, narzissenbedeckte Wiesen.
Weiter gehts durch lichtdurchflutete Wälder, die Schlüsselblumen nicken uns zu.

Läuft man leichter im Wissen, dass der Weg heute noch lang ist?
Es geht viel bergab und wir empfinden jeden Stein unter dem Barfusswanderschuh als wohltuende Massage.

Eine Pferdezucht liegt am Weg und wir bestaunen die hübschen Fohlen und ihre Energie.

Und dann wird der Weg anstrengend. Es gibt keine Sitzgelegenheiten und weil ich dringend eine Pause brauche, essen wir notdürftig auf einem Stein Zmittag. Um länger zu verweilen eignet er sich nicht, so laufen wir weiter.

Die Mittagspause fehlt mir. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, kommt ein Bänkli zum Ausruhen.

Hannes navigiert super mit dem Handy und kann auch gut mit kommenden Cafés motivieren. Leider gibt es sie nicht mehr immer.
Recht überraschend stossen wir auf eine richtige kleine Oase, ein Feencafé am Rande eines kleinen Dorfes. Mit einem so schönen, liebevollen Ort haben wir nicht gerechnet und stärken uns für die letzten Stunden. Das Glace scheint direkt ins Blut zu fliessen , voller Energie gehts weiter.

Nach einem letzte Aufstieg wandern wir lange dem Waldrand entland, entdecken nochmals einen der typischen, quadratischen Kirchtürme und kommen der Stadt immer näher.

Die letzte Stunde wird extrem hart für mich. Ich denke an Manuel, der mir auf die Frage, was er auf dem PCT gemacht habe, wenn er nicht mehr konnte, antwortete, weiterlaufen. Und so schleppe ich mich vorwärts. So anstrengend und lang war es noch nie. Schritt um Schritt um Schritt.
Und nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir aus dem Wald und sind in Neuchâtel! Es ist ein tolles Gefühl, in eine Stadt zu laufen, auch wenn es mehr ein Schleppen ist. Durch noble Wohnquartiere erreichen wir die Altstadt und unser Biohotel l’Aubier.

Ich freue mich riesig und bin sehr stolz. Wie immer lassen wir uns im Hotelzimmer zuerst aufs Bett fallen. Füsse und Beine tuen weh. Ich denke, ich werde niemals mehr aufstehen. Der Körper erholt sich aber schneller als erahnt und nach einer Dusche schlendern wir noch durch die hübsche Altstadt und gehen indisch essen. Es schmeckt himmlisch und gibt uns Energie, in der Dämmerung noch zum Schloss und der Kathedrale hochzusteigen und den Blick über den See zu geniessen.
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