Zwiefaltendorf – Ulm, 63 km
Die Kühle des Morgens empfängt uns und wir pedalen los, als unsere Schatten noch lang sind.

Da unsere Strecke sehr abwechslungsreich ist,

empfinden wir heute den Gegenwind auch nicht so stark.

Per Velo und zu Fuss nimmt man Schönes und Hässliches zwischen den Ortschaften viel mehr wahr.
Im Städtchen, wo wir eine erste Pause einlegen, komme ich im Unverpacktladen mit der Besitzerin ins Gespräch. Als sie hört, dass ich auch in einem Laden arbeite, bittet sie mich um Verbesserungsvorschläge für ihr Geschäft. Ein für mich spannendes Gespräch und eine beglückende Begegnung.

Immer wieder gehts auf und ab bis wir in einem kühlen Park den Zmittag aus ihrem Laden essen.

Nach dem Mittag ist es immer streng. Der Bauch ist voll, die Sonne scheint unerbärmlich und heute ist die Strecke auch nicht prickelnd.

Die ersehnte Gelateria will nicht kommen, die Füsse lassen sich nicht in die Donau halten und so retten uns ein Glace und ein Getränk aus dem Pflanzencenter, inkl. kurzem Schläfchen auf den Häckselsäcken.

Leider schmerzt meine Kniekehle, sie scheint die Bewegung nicht mehr so gewohnt.
10 km vor Ulm erspähen wir schon den höchsten Kirchturm Europas und radeln darauf zu.
Es ist immer spannend, in eine grosse Stadt einzufahren. Der Wechsel von Industrie und Natur fasziniert mich. Ganz unerwartet taucht die Firma Seeburger auf und im noblen Fabrikladen kaufe ich ein. Dann folgt der Weg einem Kanal und die vielen Velos, die es plötzlich hat, zeigen die Stadtnähe deutlich.
Wir campen auf der gleichen Wiese der Ulmer Kanufahrer wie vor Jahren mit dem Landy und essen beim Inder, wo wir damals keinen Platz fanden.

Ob wir den Landy vermissen? Ja, schon. Wir halten uns an die Devise, glücklich ist, wer nach einer Entscheidung die Alternativen vergisst. Und wir haben uns entschieden!
Am Abend, als wir durch die Stadt flaniern sind wir nur noch zufrieden und alle Anstrengungen des Tages sind vergessen.

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