Deitlingen – Augsburg, 98 km
Gut geschlafen, improvisiert gefrühstückt und kurz nach 8h sind wir schon wieder munter unterwegs. In der Frische des Morgens rollt es fast gratis. Leider ist die Morgenkühle endlich und schon bald wird es warm. Da kommt die herzige Kneipanlage wie gerufen.

Erfrischt gehts weiter. Pausen sind wichtig, ich brauche viele. Vor allem wenn der Hintern so weh tut, müssen sie manchmal sofort sein.

Stolz, dass wir vor dem Mittag schon 38km geradelt sind, kommen wir in Donauwörth an. Diese Stadt erinnert uns an Disneyland oder eine Kulissenstadt in Hollywood.

Es lässt sich dort trotzdem gut speisen und ausruhen. Dabei planen wir unseren Heimweg. Da die Zugsverbindungen nach Zürich von Augsburg aus am besten sind, entscheiden wir, heute noch auf einen Campingplatz vor der Stadt zu fahren. So liegt nochmals eine rechte Strecke vor uns. Hannes sucht einen guten Weg, der sehr oft dem Fluss Lech entlang geht. Wir radeln durch viele Dörfer und dabei finde ich es immer spannend zu sehen, wie Menschen wohnen und wie sie ihre Gärten gestalten. Auffallend ist auch, dass es in den Dörfern keine Läden mehr gibt, alles muss in den grossen Zentren eingekauft werden. Schade! Da lob ich mir unsere Volgläden! Was es aber noch gibt, sind die alten Kaugummiautomaten, die ich als Kind so liebte. Ich kann nicht widerstehen und bekomme eine Süssigkeit, die vielleicht den gleichen Jahrgang hat wie ich.

Wir fahren auch lange direkt der Lech entlang und geniessen viel Natur. Obwohl der Velotag schon lang war, geschieht etwas Schönes, ich komme in eine Art Flow und es pedalt sich total locker und beschwingt.
Wir steuern drei Campingplätze vor Augsburg an und alle sind voll. Wir haben nicht damit gerechnet, dass niemand mehr Platz für unser kleines Zelt hat.
So buchen wir online ein Hotel in Augsburg und anstatt Ankommen ist nochmals Losfahren angesagt. Zum Glück fällt das uns beiden nicht schwer. Unterwegs essen wir spontan vietnamesisch Znacht, unser Bett haben wir jetzt ja auf sicher.

Das Einfahren in die Grossstadt geht gut, denn es hat, wie fast überall in Deutschland, super gute Velowege. In der Stadt gehen gerade die Lichter an und man begibt sich in den Ausgang.
Wir fahren an wunderbaren, uns unbekannten alten Gebäuden vorbei, geniessen die Stimmung und die vielen Menschen.
Zufrieden und müde kommen wir im Ibishotel an und rechnen nach, dass wir heute fast 100 km gefahre sind.
Am nächsten Morgen früh fahren wir mit ein paar Regionalzügen und spontan der Bodenseefähre heim. Wir sind dankbar und glücklich unfallfrei gereist zu sein und freuen uns, dass uns diese neue/ alte Ferienart beiden noch so gut gefällt. Wir werden weiter pedalen…..!
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