Auf der letzten Velotour, der Donau entlang, haben wir zum ersten Mal ein Stufentandem gesehen, heute starten wir mit unserem Eigenen die erste Tour. Sie führt uns um den Genfersee.
Da ich am Morgen noch einen Arzttermin habe, radeln wir zuerst ins Heuried. Mein Platz vorne auf dem Pino ist speziell. Ich kann nur pedalen und nicht bremsen, schalten oder lenken. Es braucht also viel Vertrauen in den Tandempartner. Und meiner ist ja Postautochauffeur!
An so manchen Kreuzungen mit Morgenverkehr packt mich ein spontaner Fluchtreflex. Aber ich habe auf unseren Probefahrten gelernt, sitzen zu bleiben, tief zu atmen und zu vertrauen. Und souverän werde ich durch den Verkehr manövriert, bin fasziniert und dankbar.
Als wir am HB Zürich unser Velo zusammenschieben, sind wir beide etwas nervös, wie die erste Fahrt mit einem ICE gehen wird. Wir passen gut in den Lift und finden auch einen guten Veloplatz. Nicht zu Stosszeiten zu reisen, bewährt sich.

Nach zwei Stunden angenehmer Zugsfahrt steigen wir in Lausanne aus und lunchen am Hafen. Majestätisch und ruhig liegt der grosse See vor uns, wir fühlen uns ein bisschen wie am Meer.

Dann beginnt unsere Tour und wie erwartet führt der Veloweg steil und hoch in die Rebberge.

Gestern noch haben wir die Gelbfärbung der Lärchen in Wergenstein bestaunt, heute die immer gelber werdenden Reben. Hoch fahren ist anstrengend, wir schaffen es fast immer.
Und jeden gefahrenen Höhenmeter können wir auch wieder rasant nach unten sausen lassen.
Ob hinauf oder hinunter, die Aussicht auf den See, die Rebberge und die Berge ist immer atemberaubend.
Leider löst sich eine Schraube am Pinolenker, ein Problem, das wir letzt Woche beim Velomech behoben glaubten. Deshalb steuern wir in Vevey eine Werkstatt an, Hannes leiht Werkzeug aus und legt Hand an.

Wieder gefestigt fahren wir alles der Seepromenade entlang bis Montreux. So schön, dass die Velos hier mit den Fussgängerinnen ganz nahe am Wasser fahren dürfen. Am Traumcampingplatz in La Tour de Peilz bekommen wir leider keinen Kaffee, schon eingewintert.
Wir landen am hässlichsten Ort der Promenade und trinken einen guten Kaffee, so günstig wie im Ausland und der Ort wird immer sympathischer.

Von Blumen und Kunst umgeben fahren wir in Montreux ein, beziehen unser Hotel und geniessen den Abend am Strand.


Hier ist es schön, sonst gefällt uns die Stadt nicht sehr. Wir suchen lange nach einem Restaurant, es ist Montag, ganz vieles hat geschlossen. Durch Zufall landen wir bei einem Libanesen.
Nachts laufen wir nochmals der Promenade entlang. Sie wirkt jetzt ganz einsam, leblos, fast unheimlich. Wir schauen ans gegenüber liegende Ufer, dort werden wir morgen sein und fühlen uns so…..

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