Ebenfeld – Stockheim, 50 km
Wir schlafen beide recht schlecht, was nicht nur an den lauten Zügen lag.

Die ganze Nacht haben viele Vögel gezwitschert. Wir wussten nicht, dass es das gibt. Google klärt uns auf und ergänzt, dass oft auch Spitzmäuse nachts Geräusche machen, die man für Vögel halten könnte.
Wir radeln los und zmörgelen im nächsten Dorf. Dort macht uns ein illusteres Grüppli älterer Frauen gerne an ihrem Tisch mit Platz. Sie treffen sich jeden Morgen hier, trinken Kaffe, klagen über ihre Männer und finden unser Tandem ganz toll.
Der Morgen vergeht unspektakulär. Ein bisschen einkaufen, ein bisschen fahren und wieder von vorne. Hannes Knie schmerzt seit gestern und so besorgen wir Salbe.

Zum Zmittag rasten wir im Wald und danach beginnen die Steigungen. Wir müssen ein paar Täler queren. Nicht optimal für ein lädiertes Knie, denn die Steigungen sind mit unserem schweren Pino kein Zuckerschlecken.
Abwechslung wartet zum Glück auch auf uns. Plötzlich taucht das wunderbare Wasserschloss Mitwitz auf. Hier würde ich sofort mit vielen liebe Menschen einziehen.
Bist du dabei?

Die Häuser der Region sind auch speziell, viele mit schwarzen Schieferschindeln bedeckt.

Wir fahren zur Zeit ungefähr auf dem iron curtain Veloweg, also auf der ehemaligen Grenze von West- und Ostdeutschland, ein bedrückendes Gefühl.
Um drei Uhr beschliessen wir, Hannes Knie zu schonen und schon ein Zimmer zu nehmen.
Von aussen sieht der Gasthof nicht so nett aus, aber wie so oft in Deutschland, wenn sich das Tor öffnet, erscheint dahinter eine eigene Welt. So sitzen wir auf einer kleinen Terrasse, geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen, trinken Radler und entspannen. Am Abend essen wir, mangels Alternativen, im Restaurant des Gasthofes und denken, wir würden sicher alleine sein. Weit gefehlt, dass halbe Dorf ist schon da und verspeisst unglaublich grosse Portionen. Auf der Speisekarte gibt es ausser Spargeln nur Fleischgerichte, fremde Welt.

Es gibt im Ort noch ein grosses Businesshotel, dort hin spazieren wir zum Dessert. Wieder eine andere Welt, durchgestylt und ein Roboter bringt zusammen mit der Kellnerin das Bestellte. Wir waren so verblüfft, dass der Fotoapparat in der Tasche blieb.

Auf dem Heimweg finden wir noch eine Hilfe für Hannes Knie.

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