Kleinheringen – Leipzig, 72 km

Nach einer Stunde Velofahren, von einem Gutshof, total auf dem Land, stehen wir vor dem Dom in Naumburg, einem UNESCO Weltkulturerbe.

Er beeindruckt mich sehr, er gefällt mir ausserordentlich. Wir buchen eine sehr informative Führung mit Audioguide. Der Dom ist einer der wenigen, an dem während der romanischen und der gotischen Epoche gebaut wurde. Man kann so die Entwicklung von Gewölben, Bögen und Kapitellen verfolgen.

Ergänzt wir das imposante Innere mit aktueller Kunst. Zwei Geländer haben es mir angetan. Das eine zeigt Franz von Assisi mit vielen Tieren, das andere den Weg ins Paradies.

Da gibt es Bischöfe, die sich hochkämpfen oder einen Quereinsteiger, der eine Abkürzung wählt.
In der Krypta treffen wir auf moderne Engelinnen und einen Jesus aus dem 12. Jahrhundert, nicht so leidend, wie auf späteren Abbildungen.

Weiter geht die Reise wieder dem Fluss Saale entlang, mitten durch die Natur.

Dann müssen wir diesen schönen Fluss verlassen und Richtung Leipzig abbiegen. Wir kommen auf eine der längsten Strecken, die ich je geradeaus gefahren bin. Ich schätze gegen die 10 Kilometer geteerter Weg, fast eine Veloautobahn. Wir nähern uns dem Zentrum der Grossstadt, immer auf Velowegen und von viel grün umgeben. Es ist mir ein Rätsel, wie Hannes gleichzeitig navigieren, lenken, bremsen und den Verkehr im Griff haben kann. Ich bin sehr dankbar, dass ich nur pedalen muss. Der Weg führt plötzlich durch ein Waldstück und einem Kanal entlang und schon sind wir bei unserem Hotel in Connewitz angekommen. Total müde haben wir es gestern Abend gebucht, es ist eine gute Wahl, zudem wir noch ein Zimmerupgrade bekommen haben.

Frisch geduscht und ein wenig erholt brechen wir zu Fuss wieder auf. Das lange Laufen fühlt sich für uns schon fast komisch an. Wir schlendern die Karl-Liebknecht-Strasse entlang Richtung Zentrum. Eine fröhliche, z.T. alternative Stimmung empfängt uns. Es sind ganz viele Velofahrende unterwegs und vegetarisches Essen gehört wieder zum Angebot.

Ich habe die letzten Tage etwas gelitten und oft nicht gewusst, was ich hätte bestellen sollen, hätte es nicht frische Spargeln gegeben. Wir finden ein cooles Lokal, eine feine Gelateria und torkeln dann sehr müde Richtung Bett.