Wittenberg – Seddin, 82 km

Heute ist es kalt. Warm eingepackt fahren wir zu einem Gymnasium in Wittenberg. Vor 25 Jahren wurden die SchülerInnen gefragt, wie sie ihre Schule umgestalten würden. Ganz viele zeichneten etwas, dass an Hundertwasser erinnerte. So wurde der Künstler angefragt und er gestaltete die Schule neu.

In Deutschland sind jetzt Pfingstferien und das Gymi leer. Weil ein Tor offen ist und wir im Internet gelesen haben, die Schule sei zu besichtigen, betreten wir das tolle Gelände und bestaunen das Traumhaus. Eine Tür geht auf, der Hausmeister erklärt mir, wir dürften nicht hier sein. Daraus entwickelt sich ein sehr nettes Gespräch und am Schluss zeigt er uns noch das Innere «seiner» Schule, Klassenzimmer, Gänge, Aula und die sogenannten Baummieter, Bäume, die aus dem Inneren wachsen.



Das sind für mich Ferienhighlights, Menschen, die uns an ihrer Begeisterung teilhaben lassen. Glücklich über diese spontane Begegnung verlassen wir Wittenberg.
Der Weg führ durch schöne Mischwälder und durch weniger schöne, aufgeforstete Tannenwälder. Wir sind jetzt noch 100 km von Berlin entfernt. In einem kleinen Naturschutzzentrum trinken wir Kaffee und ich habe 100 Verbesserungsvorschläge.

Wir kommen gut voran, manchmal staunen wir selber über unser rassantes Tempo.

In einem kleinen Dorf erspähen wir einen Kunstautomaten und natürlich bedienen wir ihn und werden stolze Besitzer eines Minikunstwerkes eines localen Künstlers.

Es bleibt kalt heute, obwohl die Sonne scheint. Der Wind ist oft gegen uns und sehr frisch.
Am Abend kommmen wir in einem Campingplatz am See an. Unser Zelt steht schnell und wir geniessen in der kleinen Italienerbeiz Spaghetti, Wein, Tiramisu und Espresso.

Jetzt stimmt gerade alles, wir sind sehr müde und sehr glücklich.