Bredereiche – Kratzeburg, 73 km

Als ich die Augen aufmache, höre ich die anderen drei schon munter plaudern und zusammenpacken. Also nichts wie auch raus aus dem warmen Schlafsack und aufs Velo geschwungen, wir suchen etwas essbares zum Frühstück. Wie so oft auf dem Land nicht einfach und an Montagen fast unmöglich. In Himmelpfort gibts kein himmlisches Zmorge, aber Kaffee und frische Brötli erfreuen unser Herz nach der langen Suche.

Wir sind in einem Weihnachtsdorf, nicht gerade in Saison, und essen nahe beim Weihnachtsmann.

Hier in der Gegend gab es viele KZs und wir entscheiden, eine Gedenkstädte zu besuchen.
Verborgen im Wald war ein KZ für Mädchen und junge Frauen, mit einer offenen Gedenkstädte.

Es stehen gar keine Überreste mehr. Ein Audioguide auf dem Handy führt uns zu verschiedenen Stationen und erzählt von den Gräueln der Nazizeit.

Mir wird fast körperlich schlecht und ich bin sprachlos. Nicht, dass es neu wäre. Aber wie anders ist es hier zu stehen und zu hören, was genau hier verbrochen wurde. Und wir stehen da, mit vollem Bauch, in den Ferien , mit einem teuren Velo hingefahren. Einmal mehr spüre ich die Verantwortung, welche das mit sich bringt. Tun wir genug? Ist unser Einsatz für Minderheiten im Alltag genügend?
Solche Orte helfen, diesen Fragen nachzuspüren.
Beim Velo fahren lassen wir die Fragen nachklingen.
Wir sind immer mehr von Wasser umgeben, wir sind in der mekleburgischen Seenplatte. In Neustrelitz fahren wir einen Bogen durch die Stadt und entscheiden uns, nochmals 20 km zu pedalen.

Wir werden mit einem idylischen Camping belohnt.