Kopenhagen – Kopenhagen, 10 km
Der Morgen gehört unserem Quartier Vesterbrø. Wir lassen uns durch die Strassen treiben, es ist noch sehr ruhig, alle Geschäfte geschlossen. Man öffnet erst ab 10h. In einem der vielen coolen Cafés gibt es ein feines Frühstück.
Hannes hat eine Tour aufs Handy geladen, sie heisst «know your bro» und sie führt uns quer durchs Quartier, an viele Ort, an dene wir vorbei gelaufen wären und gibt uns gute Hintergrundinformationen.






Wir hören von einem Hotel, das 4 Zimmer für Reisende und 6 Zimmer für Obdachlose hat. Ob ich den Mut hätte, hier zu buchen? Wir hören von der rauen Vergangenheit des Quartier. Einmal mehr bin ich dankbar, heute zu leben. Wir hören von einer Schule, die speziell nachhaltig und sozial ausgerichtet ist. Spontan stosse ich die schwere Schultüre auf und frage im Sekretariat, ob hier auch Kochen unterrichtet wird und ich evt. einen kurzen Besuch machen dürfte. Und schon stehe ich in der grossen Schulküche.

Die Lernenden üben gerade für eine Prüfung nächste Woche und die junge Lehrerin hat kurz Zeit für mich. Der Lehrplan und die Stundentafel scheinen ähnlich. Speziell ist die Klassengrösse, es hat Platz für 20 Kinder. Die Stadt Kopenhagen schreibt vor, dass nur Biolebensmittel eingekauft werden dürfen. Vor- und Nachteile wie überall. Ich bin glücklich, diesen kurzen Einblick bekommen zu haben.
Wir mäandern weiter durchs Quartier. Es ist im Aufbau für ein riesiges Fest heute Abend. Überall werden Pflanzen geschützt und Pipistationen aufgebaut.

Die letzte Station unserer Führung ist der «meat packing district». Ein riesiges Areal, dass früher Schlachthof und Fleischverarbeitung beherbergte. Heute hat es immer noch viel Lebensmittelindustrie und unzählige Restaurants.

Diese Kombination in den alten blau weissen Gebäuden ergibt eine spezielle Stimmung. Mich lässt die Vergangenheit des Ortes schaudern, kann sie nicht so gut ausblenden.
Am Nachmittag satteln wir nochmals das Pino und fahren Richtung Frederiksberg, einem eher nobleren Quartier. Ziellos und locker gleiten wir durch die Strassen und die Stimmungen. Die Häuser werden edler, sogar Einfamilienhäuser gibt es. Lange sitzen wir an der Sonne in einem Quartiercafé und spazieren dann noch durch den riesengrossen Park. Viele Menschen geniessen jetzt hier ihren Feierabend. Das können sie lange, denn die Sonne geht erst nach neun Uhr unter.


Weil vor unserer Haustür das grosse Quartierfest stattfindet, landen wir zum Essen im ehemaligen Schlachthof und dort essen wir in einem Fischrestaurant das beste vegetarische Essen dieser Reise.

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