Ried im Oberinntal – Innsbruck, 98 km
Der Morgen ist noch recht kalt. Als wir losradeln, wären fast Handschuhe angesagt. Schon bald folgt die erste Attraktion am Wegesrand. Wir können unsere Flaschen mit einem ganz speziellen Wasser füllen. Es kommt aus der so genannten Sauerquelle, schmeckt tatsächlich so und enthält sehr viele Mineralstoffe und ein bisschen Kohlensäure.

Das Inntal ist hier eng und steil, erst in Landeck weitet es ich das erste Mal. Die Stadt schläft noch, erst ein paar Rentnergrüppchen machen Windowshopping am Sonntagmorgen. Es wirkt nicht sehr einladend und da es kein Käffeli an der Sonne gibt, rollen wir weiter. Immer wieder müssen wir Steigungen meistern und nacher schmerzt leider mein Rücken für kurze Zeit. Insgesamt merken wir aber, dass es mehr hintunter geht, wir fahren flussabwärts.

Für unseren Lunch finden wir neben der Königskapelle einen ruhigen Platz.

Wie weit wir heute noch fahren, wissen wir nicht, lassen es noch offen. Es wird kühl, Wolken ziehen auf und es regnet ganz leicht. Unsere Wege sind sehr unterschiedlich. Mal direkt am Inn mit Sicht auf den faszinierenden Sandstrand, mal gehts durch Felder und das blaugrün des Lauchs wird zur neuen Herbstfarbe und mal ganz unsexy eingeklemmt zwischen Autobahn und Fluss.

Das Inntal lässt unsere Herzen nicht höher schlagen. Unzählige Male überqueren wir den Fluss, auf den unterschiedlichsten Brücken, da sind immer schöne Momente.
Spontan entscheiden wir, heute noch bis nach Innsbruck zu fahren. Es gibt wenig Oasen am heutigen Weg, wir finden trotzdem einen Kaffee, wenn auch ohne Kaiserschmarren.

Diese Pause tut uns so gut, dass wir die restlichen 25 km recht zügig fahren und stolz nach Innsbruck einrollen. Immer wieder ein so spezielles Gefühl, eine grosse Stadt per Velo zu erreichen. Frisch geduscht ziehen wir los und suchen, wie so oft im Ausland, ein indisches Restaurant.

Nach der körperlichen Leistung schmeckt das Essen doppelt so gut. Als Verdauungsspaziergang schlendern wir noch durch die Altstadt.


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