Bassy -Nappes, 80.2 km

Beim Frühstück sitzen wir mit anderen Leuten an einem Tisch. Der Mann erzählt uns, dass er von Carcasson nach München rennt, jeden Tag ca 40 km, also einen Marathon. Das beeindruckt uns und wird noch lange in Erinnerung bleiben.

Fidel radeln wir los und realisieren sehr bald, wie kalt es ist. Meine Hände und Füsse werden einfach nicht mehr warm. Unser Weg ist schön und es braucht etwas, diese Schönheit trotz Kälte wahrzunehmen.
Von einem neuen Veloweg lassen wir uns verleiten und weichen von unserer Route ab. Als er endet denken die alten Landycracks, ein bisschen offroad könne nicht schaden. Aber das Abenteuer währt nicht lange und wir müssen umkehren.
Die Kälte will nicht weichen und wir hoffen auf ein warmes Cafe im Touristenort Chanaz.Wir werden sehr enttäuscht. Die alte Nussmühle, die ich so gerne besichtigt hätte, hat geschlossen und, wir können es kaum fassen, das Restaurant hat nur Plätze draussen.Wir wärmen also unsere Hände an der Teekanne und am Handtrockner im WC. Dort überlege ich mir noch ernsthaft, wie ich meine Füsse darunter halten könnte, lasse dann aber von diesem Zirkusakt ab.
Die einzige Wärmequelle ist weiterfahren. Im nächsten Ort essen wir im Carfour mehr schlecht als recht Zmittag, es zieht durch alle Ritzen rein. Im Mc Donald’s ist der Kaffee auch nicht gut, aber wenigstens ist es das erste Mal am Tag warm.
Warm ist es auch im wunderschönen Biosupermarkt. Leider kann ich nichts einkaufen, weil draussen essen nicht möglich ist. Ich vermisse das Picknicken sehr. Auf der Weiterfahrt ist auch kein Pausieren möglich, einfach zu kalt für alles. So kommen wir recht geschafft und verfroren in unserem Hotel in eine kleinen Weiler an. Wir kriechen sofort unter die Bettdecke um uns zu wärmen und schlafen ein.
Heute war nicht der Weg das Ziel, aber die Zielvorstellung lenkte die Kräfte.
Beim Znacht lassen wir den Tag Revue passieren, wissen, was wir Morgen alles besser machen und freue uns, dass wir jetzt hier sind.