Orange – Avignon, 30.6 km

Wir haben beim Frühstück wieder die gleiche Stimmung vor Augen wie gestern. Der Film könnte losgehen…..

In Orange findet heute einer der ältesten Märkte statt, seit dem 15.Jahrhundert, jeden Donnerstag. Aber mit Schirmen und der kalten Nässe macht das einfach keine Freude.
Wir entscheiden uns, trotz Regen bis nach Avignon zu radeln. Keine tolle Vorstellung, aber eigentlich nur hässlich, bis man sich entschieden hat. Also rein in die Regenkleidung, sie will auch amortisiert sein.
Als wir starten, tröpfel es nur. Schon bald sind wir umgeben von Weinbergen und Winzern.Es fühlt sich sehr monokulturig an.Châteauneuf du Pape ist ein sehr schönes, edles und aufgeräumtes Dorf.Hier eine erste Kaffeepause zu machen tönt gut. Aber die Vorstellung, die nassen Regenkleider alle ab- und nachher wieder anzuziehen, lässt uns weiterfahren.
Von hier an ist der Veloweg ganz neu, breit und führt uns durch viel Natur nach Avignon. Durch einen dichten Regenschleier sehen wir beim Einfahren die berühmte Brücke, auf der man nie getanzt hat. Dann eines meiner Lieblingsgefühle, das Einfahren mit dem Velo in die Altstadt.
Da unser Hotel noch nicht bezugsbereit ist, gehen wir Zmittag essen und den Papstpalast besichtigen. 100 Jahre lang war Avignon statt Rom das Zentrum der Christenheit und mehrere Päpste bauten an einem riesigen Palast in der Altstadt. So eine Besichtigung läuft heute per Histomat. Man bekommt ein Tablet und sieht darauf, in jedem Raum, wie es hier früher ausgesehen hat.Das ist einereits sehr spannend und anderseits sehr anstrengend, denn man schaut sich die Realität und die Virtualität mit Zusatzinfos an. Recht erschöpft beenden wird die Tour mit dem Gefühl für die unglaublichen Dimensionen des Bauwerkes und seiner Machtdemonstration.
Zum Glück liegt unser Hotel nahe. Wir hängen die nassen Kleider auf, trinken Kaffee und Tee und ruhen aus. Wieder bei Kräften machen wir uns auf zu einem Bummel durch die Altstadt. Es gibt unzählige schöne Ecken und wir finden auch ein vegetarisches Restaurant.Das ist wohltuend, denn in den meisten Restaurants in Frankreich sucht man fleischlose Gerichte vergebens.Ich weiss nicht, wie ich mich bis heute ernährt hätte, wenn ich nicht auf Fisch hätte ausweichen können. Auf einem Abendspaziergang haben wir nochmals alle Highlights für uns.