Zeit haben oder nicht mehr spüren, dass es Zeit gibt.
Das Wetter hat uns zu einem Ruhetag motiviert. Der Himmel ist grau, der Wind stark, er hat alle Touristen aus der Stadt geblasen. Die Gassen sind leer am Morgen, der Markt auch.
«Typisch Provence» sieht heute manchmal auch so aus.
Van Gogh war auch hier.
Wir wollen einen ganz langen Strandspaziergang machen. Wegen einer Umleitung kommen wir zuerst noch durch das Feuchtgebiet, dass wir gestern mit dem Velo durchfahren haben. Niemand ist da. Wir haben Musse zu beobachten, Farben, Formen.
Wir haben Musse zu lauschen, auf Vogelstimmen und Wassergeplätscher.
Es ist sehr windig. Wir laufen im Sand am Meer.
Ein Traumgefühl, den Sand unter den nackten Füssen zu spüren, Wellen beobachten, Steine und Muscheln suchen und dann doch nicht mitnehmen.
In einer windgeschützen Dühne essen wir wunderbaren Käse und beobachten die genügsamen Pflanzen, die hier wachsen können.
Zurück im Städtchen passieren wir wieder einmal die Arena. Davor ihr Held, ein mehrfach unbesiegbarer Stier.
Die Vorstellung, dass hier Stierkämpfe stattfinden, hat mich immer erschaudern lassen. Es beruhigt mich ein bisschen, als ich erfahre, dass sie hier nicht blutig enden, sondern dem Stier ein paar Gegenstände zwischen den Hörnern, in einer bestimmten Reihenfolge, weggenommen werden müssen. In den vielen Restaurants wird oft Stierfleisch serviert. Gezüchtet werden Taureaux für die Arena oder für den Schlachthof.
Am Nachmittag kommt dann der angekündigte Regen doch noch. Dafür werden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang am Meer beschenkt.
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