Pont du Garde – Bourg-Saint-Andéol, 111 km

Herzlichen Dank an alle, die uns Sonne und Wärme gewünscht haben. Beides ist jetzt da!

Hannes steht sehr früh auf, weil er den Äquadukt im Morgenlicht fotographieren will.Ich liege im Zelt und höre dem Wind zu. Wir campen unter grossen Bäumen und der Wind tönt beängstigend stark. Ich spüre keine Impulse aufzustehnen und mich ihm entgegen zu stellen. Als ich es dann doch tue, alles nur halb so wild. Beim Abfahren haben wir sogar Rückenwind und sind bis zu 30 km/h schnell.
Heute fahren wir fast immer auf bekanntem Terrain. Wir fahren den Weg nach Norden, den wir schon nach Süden gefahren sind. Das gibt einen Perspektivenwechsel, der gut tut und uns auch in anderen Situationen gut täte.
Gleich am Anfang sehen wir zwei Objekte, die uns gestern nicht aufgefallen sind, alte Brückenpfeiler und ein traumhaft schönes ehemaliges Bahnhofshäuschen.Da würde ich sofort einziehen.
In Avignons drehen wir auf meinen Wunsch hin noch eine Pinorunde in der Altstadt und käffelen dann mit top Aussicht auf die Stadt.
Heute ist Auffahrt und es sind deutlich mehr Leute mit dem Velo unterwegs, viele mit Gepäck. Bis jetzt hatten wir die Via Rhôna so ziemlich für uns alleine, jetzt sind es manchmal zu viele, um alle zu grüssen. Wir begegnen einer jungen Famile, den «Strassengiraffen». Sie fahren auch ein Pino und so kommen wir ins Gespräch. Seit 9 Monaten sind sie mit zwei kleinen Mädchen und den Velos unterwegs. Wir sind sehr fasziniert. Ich glaube, das hätte ich nicht gekonnt.
Zmittag gibts nochmals nahe an der Rhône, schliesslich müssen wir bald Abschied nehmen.Wir planen die letzten Tage und entscheiden, heute noch recht weit zu fahren, damit am letzten Tag nur noch wenige Kilometer bleiben.
Es wird ein langer Tag. Das Fahren in der Abendstimmung ist sehr schön und wir sind sehr froh, als wir nach über 100 km ankommen.