Bourg-Saint-Andéol – Montélimar, 36.8 km

Wir starten unseren letzten Reisetag mit einem Frühstück an der Rhône, denn die Croissant vom Boulanger sind hundert mal besser als die aufgebackenen vom Campingplatzladen.

Heute haben wir viel Zeit, denn es sind nur noch wenige Kilometer zu fahren. Wir nehmen es gemütlich.
Die erste Zeit am Morgen beim Velofahren ist die Schönste, ich werde sie vermissen. Wir probieren, alles fest zu geniessen und nicht wehmütig zu werden. Durch unser langsames und bewusstes Tempo entdecken wir Schönheiten, an denen wir das letzte Mal vorbei gebraust sind. Wunderbar finde ich einen Sandstand an der Rhône. Füsse im Sand mit Sonne ist noch besser als Füsse im Sand am Meer mit Wolken.
Weil wir auf dem Retourweg sind, begegnen wir auch wieder der Stelle, wo wir damals furten mussten. Wir müssen nicht mehr, das Wasser steht 60 cm tiefer.
Auf dem Hinweg haben wir das Städtli Vivier ausgelassen und besuche es jetzt.
Es ist eine Schönheit! Ein Städtli aus dem Mittelalter, sehr gut erhalten mit Ober- und Unterstadt. Mit fällt auf, dass die Franzosen ihre schönsten Plätze oft den Autos geben. So auch hier, wo der Platz der schönen Kirche ein Parkplatz ist.
Unter einer Linde essen wir ein sehr feines Zmittag, eines der Besten auf unsere Reise. Es ist so gemütlich. Wir lassen unsere Ferien revue passieren und schwelgen gemeinsam in den jungen Erinnerungen.
Ein paar letzte Pinokilometer der Rhône entlang und wir sind in Montélimar. Also wieder in der Nougatstadt. Der Zufall will es, dass wir aus unserem Hotelfenster auf eine Nougatfabriktion schauen und wir dort nochmals spontan eine Führung mitmachen können, als wir im Laden stehen. Sie arbeiten noch mit recht alten Abpackmaschinen, die uns faszinierten.
Vor unserem letzten Znacht erkunden wir noch den Bahnhof, damit morgen unsere Heimreise gut starten kann.

Es waren wunderbare drei Wochen. Wir fuhren pannen- und unfallfrei. Von der Skiunterwäsche bis zum Trägertop haben wir alles getragen . Von der Landschaft her war es abwechslungsreich und ein toller Mix von Natur, Dörfern und Städten. All das mit dem Velo erfahren zu haben macht uns glücklich und stolz. Nach den Pinoferien ist vor den Pinoferien. Die nächsten Reisen entstehen schon in unseren Köpfen.

PS:
Schönste Städte: Arles, Lyon
Schönste Strecke: Deich in der Camargue
Bestes Essen: Orange, nach 130 km
Beste Entscheidung: Arles Hotel statt Campingplatz
Bestes Hotel: Arles, Hotel Forum
Bester Camping: Pont du Garde