Heidelberg – Neuburg, 96 km
Beim Frühstück empfängt uns ein gut gelaunter, gesprächiger Hotelbesitzer. Er freut sich über die ersten so frühen Gäste und berichtet uns viel über seine Tätigkeit als Reiseführer, v.a. mit Gruppen, die Schiffsreisen machen. Ihm zuzuhören ist sehr spannend, hätte mir auch gerne Heidelberg von ihm vorstellen lassen. Obwohl wir alleine im Speisesaal sind, redet er, als müsste es eine grosse Gruppe verstehen.
Dann nehmen wir Abschied vom Neckar. Ohne dem Flusslauf zu folgen, ist die Ausfahrt aus der Stadt nicht ganz so locker, für Hannes aber kein Thema.
Unterwegs mit den Velo begegnet uns auch immer wieder unerwartet Kunst.


Damit wir mit den französischen Regionalzügen bis Basel fahren können, biegen wir ab Richtung Rhein und Strassbourg. Ein Umweg muss aber noch sein, wir wollen den Dom von Speyer besichtigen.
Der Weg dorthin ist sehr ländlich. Als wir an abgeernteten Rüeblifeldern vorbeifahren, bleibe ich fassunslos stehen. Die Felder sind noch voller Rüebli und zusammen mit anderem Kompost liegen Kiloweise Rüebli da. Warum holt sie niemand? Man müsste monatelang keine mehr kaufen. Ich esse eines, super frisch, fein und knackig. Würde meine Taschen füllen, wären es keine Velotaschen.


Weil alles so schön flach ist, sehen wir ihn schon von weitem, den riesigen Dom. Mit dem Pino können wir direkt am 900 jährigen Bauwerk parkieren. In seiner Schlichtheit gefällt er mir sehr gut und seine Grösse ist beeindruckend.




Weiter gehts direkt am Rheinufer und dann ganz ganz lange neben dem Rheindeich. Es ist hier sehr grün und einsam. In den Pausen hören wir gar nichts, die grosse Stille, manchmal eine Vogelstimme.
Miraculix hätte auch seine Freude an dieser Strecke, hängen doch ganz viele Bäume voller Misteln. Noch einmal würde ich gerne die Taschen füllen.

Wir übernachten in einer Ortschaft auf halbem Weg nach Strassbourg. Da wir früh dran sind, drehen wir noch eine Runde im Städtli. Es macht einen tristen Eindruck auf mich, nichts tut der Seele gut hier. Ich bin dankbar, dass ich morgen weiterfahren darf.
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