Hamburg – Lübeck, 76 km

So lange haben wir darauf gewartet und jetzt beginnen sie, unsere langen Ferien.
Wie schön, dass wir noch Manuel spontan für ein gemeinsames Znacht treffen.

Und dann fährt er ein, der Nightjet, unser Schlafzug nach Hamburg. Immer wenn ich solche Züge im Bahnhof gesehen habe, kam Fernweh auf, heute dürfen wir einsteigen. Einen Abendsekt, eine Nachtfahrt und ein Frühstück später, steigen wir in Hamburg Altona aus und schwingen uns voller Vorfreude aufs Pino.

Kaum sind wir losgefahren, ist es wieder da, dieses Glücksgefühl und wir können an unsere letzte Reise anknüpfen, wie wenn wir nie aus dem Sattel gestiegen wären.
Das erste Plakat, das ich in Hamburg sehe, gefällt mir so und ist voll auch unser Motto.

Um die Alster wird sehr viel gebaut und saniert. Obwohl ich nicht navigieren muss, bin ich überfordert mit Absperrungen, Einbahnstrassen, Umwegen und gleichzeitig dem ganzen Morgenverkehr.

Hannes ist gefordert und manövriert uns souverän immer weiter aus der Grossstadt heraus.
Im Sonnenschein geniessen wir jetzt viel Grün und Natur, bis wir unerwartet auf einer ganz alten Strasse sind. Die grossen Steine machen die Velofahrt zur Holperpartie, wir werden total durch geschüttelt. Später lesen wir auf einer Infotafel, dass dieses alte Strassenstück zur damals modernen Verbindung der Hansestädte Hamburg und Lübeck gehörte und die Kutschen und Karrern vor dem Einsinken im Morast bewahrte. Wir sind froh, als es fertig ist.

Wir sind jetzt in der Region der roten Backsteinbauten, gefühlt jedes zweite Gebäude ist aus ihnen gebaut.

Eben noch an der Sonne Zmittag gegessen, ziehen dunkle Wolken auf und zwingen uns schon am ersten Tag in die Regenkleider. Somit sieht das diesjährige Hochzeitstagfoto so aus.

Der Regen kam schnell, verging schnell und kam schnell wieder zurück.
Dem Elbe-Lübeck Kanal entlang rollen wir unserem Ziel entgegen. Als ich in tropfnassen Regenkleidern an der Rezeption im Hotel in Lübeck einchecke, fragt mich der Angestellte allen Ernstes, ob ich mit dem Auto gekommen sei. Hier wird man noch individuell wahrgenommen.
Wir schlendern durch die schöne Stadt, als Hannes bemerkt, dass er das Ladegerät für den Fotoapparat zuhause vergessen hat. Das ärgert ihn unglaublich, es regnet wieder und so ist unsere Stimmung schon am ersten Tag einmal am Wackeln.


Zum Glück lässt sich das vermisste Teil Occassion unkompliziert besorgen, «nachem Räge schiit d’Sunne» und wir geniessen ein feines indisches Znacht.