Smygehamn – Simrishamn, 98 km
Die Nacht ist kühl und windig, wir liegen ab 21h glücklich in unserem Ei, warm eingekuschelt in unsere Schlafsäcke. Schon bald schlafen wir tief und ich bin recht erstaunt, als mich Hannes weckt und meldet, mein Schlafsack sei nass. Der Wind hat den einsetzenden Regen durchs Fenster geblasen. Von der nassen Stelle wegzurücken ist nicht möglich, also muss das Fenster zugemacht werden. Kein einfaches Unterfangen mitten in der Nacht, das Hannes aber mit seinem Duschtuch, unserem Besteck, dem Taschenmesser und viel Kreativität löst. Was bin ich froh und dankbar!

Am Morgen windet es immer noch, der Regen hat aufgehört und wir geniessen unseren Kaffee und die Overnightoats im Cocon, der gegenüber dem Zelt den Vorteil hat, dass man darin stehen und auch anlehnen kann, geschätzter Luxus in der Einfachheit.
Ganz nahe an unserem Übernachtungsplatz stehen alte Kalköfen, in denen Kalk aus Kalkstein, den es hier viel gab, herausgebrannt wurde.

Weiter geht unser Weg Richtung Norden, heute ganz lange parallel zum Meer. Eine richtige Traumstrecke!
Wir sehen das Meer zwar nicht immer, fahren aber immer wieder hin.
Als ich die ersten Ermüdungszeichen verspüre, taucht wie gerufen ein Strandkiosk auf und lädt zur Kaffeepause ein.
Der Wind bläst wieder recht heftig, das Kartongeschirr wird sofort vom Tisch geblasen, dafür haben wir Meeresblick.
Es hat erst wenige Leute, der Infrastruktur nach zu schliessen, muss im Sommer hier extrem viel los sein. Verständlich, der Strand ist kilometer lang und der Sand weiss wie in der Karibik.

Den ständigen Wind empfinde ich unendlich anstrengend, auch wenn er velotechnisch oft aus der richtigen Richtung bläst. Es gibt auf dem Velo wie kein Entrinnen davor.
Mittags sind wir in Ystad, das viele von Mankells Wallanderkrimis kennen. Auch wir haben gestern begonnen, einander einen vorzulesen. Das Städtli gefällt uns sehr, vor allem die pflanzenreiche Klosteranlage und die hübschen, kleinem Häuser haben uns verzaubert.



Nach einem Schwatz mit der Kollegin aus dem Fair Trade Laden brechen wir wieder auf, in einen sehr anstrengenden Nachmittag, nur wissen wir das noch nicht.
Wir bewältigen viele Kilometer im starken Wind, was mir wieder viel abverlangt. Wir sind so erschöpft, dass wir dem Steinkreis in Ales Stenar nicht gebührend Aufmerksamkeit schenken können.

Der nächste Campingplatz muss schnellst möglich angefahren werden. Doch weil er uns dann nicht behagt, fahren wir doch noch einmal eine Stunde, wieder wunderbare Strecken parallel zum Meer.
Als wir dann endlich in einem jugiähnlichen Guesthouse ankommen, sind wir total glücklich über eine windfreie Unterkunft und eine warme Dusche. Und das Pünktchen auf dem i ist ein angegliedertes Pub und hier gibt es nach einem solchen Velotag nur eine Möglichkeit: Mit Hamburger und Pommes beschliessen wir den Tag und tanken Energie für morgen.

Comments by Moni