Simrishamn – Åhus, 67 km
Am Morgen packe ich meine Velotaschen und bin schon gespannt, wo ich sie wieder öffnen werde. Das entscheiden wir meist gegen Mittag.
Die erste Naturschönheit liegt ganz nahe. Faszinierende Gesteinsformationen erwarten uns am Meer unten.

Wir laufen über die Steinplatten, bestaunen die Faltungen und am meisten geniessen wir die friedliche Stimmung. Das Meer ist heute recht ruhig und entsprechend hat es auch bei uns wenig Wind, welch ein Genuss nach gestern.

Wir haben uns vorgenommen, heute nicht so weit zu fahren und mehr Pausen zu machen.
Friedlich und gemütlich radeln wir weiter.
Gegen Mittag, in einem kleinen Dorf, sind plötzlich viele Menschen unterwegs. Es gibt sogar einen improvisierten Womo Parkplatz. Was da wohl los ist?
Wir finden heraus, dass dieses Weekend eine Art Foodfestival in der Region statt findet. Und so gehen auch wir in ein unscheinbares Haus und finden uns in einer Oase wieder. Wir sind in einer Crêperie, bitzli alt, bitzli chäbi chic, bitzli wild, bitzli alternativ und voller Charm.

Wir essen die weltbesten Galettes und bestaunen die Umgebung und die Leute.

Viele wollen für mich nicht so recht hierhin passen. Ich stelle mir vor, wie sie zuhause einen Mähroboter haben und frage mich, warum es sie hier her zieht, in einen Garten voller Wildblumen und Unkraut. Aber vielleicht macht gerade dieser Gegensatz den Reiz aus oder ich liege mit meinen Vermutungen ganz falsch.
Am Nachmittag beginnt sich die Umgebung zu ändern. Wir fahren jetzt oft an Fruchtplantagen vorbei und es gibt auch wesentlich mehr Wald. Einmal wird uns im Wald die Weiterfahrt verwehrt, wir dürfen nicht durch militärisches Sperrbebiet.

Dann wieder sind wir in Wäldern voller Ferienhäuschen, schön gelegen, das Meer ganz nah. Auch wir stossen das Pino durch den Sand und machen Rast am friedlichen Strand, wo wir fast alleine sind, nur der schwedische Kriminalkommisar Wallander begleitet uns.

Am Abend packe ich meine Velotaschen auf einem riesigen Campingplatz aus. Wir zelten in der hintersten Ecke, braten das erste Mal Räuchertofu auf unserem Herd und dazu gibt es Kartoffeln, die ich gestern auf einem abgeernteten Feld gesammelt habe, wie früher meine Mutter in Kriegszeiten.

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