Åhus – Karlshamn, 73 km

Dem Regen zuvor kommen, das möchten wir heute wieder einmal. Da er auf anfangs Nachmittag prognostiziert ist, wollen wir dann schon am Ziel sein. Und das wiederum ist nur mit frühem Aufstehen zu haben. Gut gestärkt verlassen wir den Campingplatz, als fast alle anderen noch schlafen. Die morgentliche Fahrt ist nicht erwähnenswert, man könnte auch sagen langweilig. Oder man fokusiert anders, meditiert zum Geräusch der Velokette oder sieht Details am Wegesrand.

Aufschreckende Fasane oder über unseren Weg hoppelnde Hasen, mehr gibt es nicht zu berichten.

In Sölvesborg pausieren wir in einer wunderbaren neuen Uferanlage und bestaunen die moderne, längste Fussgänger- und Velobrücke Europas. Hier sieht man nur einen Teil, die ganze Länge erleben wir beim Darüberfahren.

Danach kommt wieder eine lange Strecke mit sehr wenig Interessantem und dazu unsere Müdigkeit, die sich immer mehr bemerkbar macht. Um 13.30h sind wir am Ziel in Karlshamn und finden, wir dürfen uns jetzt ein nettes Hotel gönnen.
Eine Dusche ist nie so schön, wie nach einer anstrengenden Velofahrt. Eigentlich wollten wir zuerst nur noch den ganzen Nachmittag chillen. Aber Kleidung waschen sollten wir auch noch und nach dem das ganze Hotelzimmer voller Wäscheleinen hängt, machen wir uns noch zu Fuss auf.
Karlshamn ist selber keine Reise wert. Im Altstädtli hat es hübsche schwedische Wohnhäuser, aber eine riesge Industrie, in der Pflanzenöle raffiniert werden, zieht sich bis ins Meeresufer.

An der Uferpromenade besuchen wir eine Skulptur, die an die schwedischen AuswanderInnen nach Amerika erinnert. Dabei kommen Gedanken an unsere Vorfahren auf, die auch auswaderten oder in die Schweiz einwanderten. Alle haben ihr Glück gefunden. Ermöglichen wir das heute auch anderen Menschen?

Dann begegnet uns nochmal die Moderne. Im Gegensatz zum Kaltbad in Malmö ist dieses hier sehr zeitgenössisch. Beide haben ihren Charme und gefallen uns.

Auf dem Heimweg kehren wir in ein altes Haus direkt am Meer ein und geniessen in unkomplzierter Stimmung ein fantastisches Vegiznacht. Wir sind uns einig, das war das Highlight des Tages.

Im Gespräch mit dem sympathischen Personal erfahren wir, dass es zur Zeit eigentlich viel zu kalt ist hier. Das spüren wir natürlich am eigenen Körper täglich. Wir werden uns nach besseren Velokleidern für Hannes umschauen und die Hoffnung nach mehr Sonne und weniger Wind nicht aufgeben.